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„Schleswig-Holstein hat viel Potenzial“

Tourismus „Schleswig-Holstein hat viel Potenzial“

Reetdachhäuser und Segelboote statt Almhütten und Bergpanorama: Der österreichische Reiseveranstalter Eurotours will verstärkt Gäste aus der Schweiz, Österreich und Süddeutschland nach Schleswig-Holstein holen.

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Im Strandkorb relaxen und Schiffe beobachten: Eurotours will Urlauber aus dem Süden auch in der Nebensaison an die Ostsee locken.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. „Die Tendenz nicht mehr nur in die Mittelmeerregion zu reisen, sondern auch in den Norden, wird größer“, sagt Andrea Pichler, Sprecherin von Eurotours. Deutschland war 2014 laut Statistik Austria das zweitbeliebteste Reiseziel der Österreicher. Für ihre Zielgruppe sei der „raue Charme“ der Ostsee sehr attraktiv. „Wir lieben unsere Berge, aber die Weite der Landschaft und das Meer hier oben haben einen großen Reiz“, sagt Pichler.

 Ziel sei es, die Kunden nicht nur in der Hauptsaison nach Schleswig-Holstein zu locken, sondern den Urlaubern den „echten Norden“ auch in der Nebensaison schmackhaft zu machen. Das will das Reiseunternehmen durch Erlebnispakete schaffen. „Wir wollen den Kunden sagen: Du kannst hier im November zwar nicht schwimmen, aber vielleicht ein Fischkochkurs machen.“ Vorstellbar seien an Hotels gekoppelte Erlebnispakete wie Reiturlaube oder Wellnessangebote. „Schleswig-Holstein hat viel Potenzial“, glaubt Pichler. Derzeit sind Einkäufer von Eurotours in den Region unterwegs und suchen nach passenden Hotelpartnern.

 Bislang hat das Unternehmen, das unter anderem für Tchibo, Aldi und dessen österreichischen Ableger Hofer Reisen organisiert, Trips nach Schleswig-Holstein nur vereinzelt im Programm. In den vergangenen Jahren hatte Eurotours seinen Fokus auf das Ziel Mecklenburg-Vorpommern gelegt. Der Reiseanbieter initiierte sogar eine regelmäßige Charterflugverbindung zwischen Rostock-Laage und Linz, um die Verbindung nach Österreich zu verbessern. Die Touren in den Nordosten laufen laut Pichler gut.

 Ein Grund für den Fokus auf weitere Reiseziele in Deutschland ist wohl auch ein Riesendeal, den Eurotours im Januar abschließen konnte. Die Österreicher sind nun Partner der Deutschen Post, die unter dem Namen „Post Reisen“ ins Tourismusgeschäft einsteigt. Über Werbung in Briefkästen will der Konzern zehn Millionen Haushalte erreichen. Für Busreisen innerhalb Deutschlands sollen Postbusse genutzt werden. So könne man mit günstigen Preisen punkten, sagt Pichler. Der Internationale Bustourismusverband (IBV) kritisiert diesen Plan. Er befürchtet eine Wettbewerbsverzerrung, wenn die Post neben ihrem Fernliniennetz auch ihre Poleposition auf dem Markt für den Vertrieb nutzt.

 Eurotours schickte laut eigenen Angaben im vergangenen Jahr 1,3 Millionen Urlauber auf Reisen und machte einen Umsatz von 260 Millionen Euro. Das 1980 gegründete Unternehmen mit Sitz in Kitzbühel verfügt über ein Vertriebsnetz mit rund 1200 Partnern in rund 90 Ländern. Deutschland stellt 29 Prozent der Kunden.

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Ein Artikel von
Anne Holbach
Wirtschaftsredaktion

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