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Planung soll Reiseverkehr berücksichtigen

Tourismusverband Planung soll Reiseverkehr berücksichtigen

Das Urlaubsland Schleswig-Holstein hat ein klares Ziel, die Zahl der Gäste soll sich bis 2025 um 20 Prozent steigern. Weil mehr Besucher auch mehr Verkehr bedeuten, hat der Tourismusverband (TVSH) am Donnerstag ein Verkehrskonzept unter besonderer Berücksichtigung des Tourismus gefordert.

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Urlauber, wie hier am Schönberger Strand, bestimmen auch den Verkehr im Norden – doch längst nicht genug, wie der Tourismusverband klagt.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. „Schleswig-Holstein wird ohne eine moderne Infrastruktur nicht vom touristischen Wachstum in Deutschland profitieren können“, sagte der TVSH-Vorsitzende Jörn Klimant.

Schon heute reisen 7,9 Millionen Gäste mit dem Pkw nach Schleswig-Holstein und 3,4 Millionen kommen mit Zügen. Vier Millionen mehr Anreisen mit dem Auto und 1,7 Millionen mehr mit der Bahn, sagt das Institut für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa für das Jahr 2025 voraus.

Um das höhere Verkehrsaufkommen bewältigen zu können, müsse das Straßennetz weiter ausgebaut werden, so Klimant. Bei der Planung der Bauprojekte müssten die touristischen Belange stärker einbezogen werden als bisher. In den Ferienzeiten staue sich der Verkehr ohnehin, Baustellen verschärften diese Situation noch zusätzlich. „Die Anreise muss für Touristen erträglich bleiben.“ Ein Knackpunkt dabei sei eine gute Kommunikation. Einschränkungen müssten rechtzeitig bekannt gemacht werden und mit „positivem Tenor“ transportiert werden.

Verbesserungsbedarf sieht er auch bei den Bahnanbindungen. Der Anteil der Urlauber, die mit der Bahn anreisen, liegt bei sieben Prozent und ist damit niedriger als in allen anderen Bundesländern. „Viele kommen mit dem Auto, weil es ihnen mit der Bahn zu umständlich ist“, so Klimant. Insbesondere Orte an der West- und Ostküste seien schwer zu erreichen. Eine Lösung wären mehr Direktverbindungen. Ein Sorgenkind ist zudem Sylt. Dorthin müssten Urlauber es mit der Bahn von Hamburg in maximal zwei Stunden schaffen. Tatsächlich braucht man mehr als drei Stunden.

„Für die Deutsche Bahn scheint zu gelten, dass in Hamburg Schluss ist“, stimmte die SPD-Abgeordnete Regina Poersch zu. Anders sei die Vernachlässigung der Anschlussverbindungen nicht zu erklären. „Der Ball liegt hier bei der Deutschen Bahn.“

FDP-Politiker Oliver Kumbartzky nannte die Studie einen „Weckruf“ für Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD). „Das Image des ‚echten Nordens‘ darf nicht von Schlaglochpisten und nicht weitergebauten Autobahnen geprägt werden“, so Kumbartzky.

„Der Tourismusverband macht letztlich die Arbeit des Ministers“, kommentierte Hans-Jörn Arp (CDU) die Forderungen. Das Einbeziehen von touristischem Verkehr und der Saisonalität sei eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Laut Poersch hat die Küstenkoalition bei ihren Verkehrsvorhaben durchaus die Gäste im Blick. Wie ein gutes Baustellen-Management funktionieren könne, zeige der A7-Ausbau.

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Ein Artikel von
Anne Holbach
Wirtschaftsredaktion

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