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Chinesen interessieren sich fürs Milchpulver

Trockenwerk Neumünster Chinesen interessieren sich fürs Milchpulver

Die Milchpreiskrise trifft auch Verarbeiter wie das MTW Milchtrockenwerk Norddeutschland mit Sitz in Neumünster, eines der größten und modernsten Werke in Europa. Als neuer Partner sind daher Chinesen interessant. Eine Delegation besuchte jetzt Neumünster.

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Blitzbesuch im MTW: Die chinesische Delegation wird von Vertretern der Stadt Neumünster begrüßt.

Quelle: Jan von Schmidt-Phiseldeck

Neumünster. Neue Partner und zusätzliche Absatzmärkte sind deshalb höchst willkommen bei den vier MTW-Gesellschaftern, die ihr Magermilchpulver zu auskömmlichen Preisen verkaufen müssen. Der Besuch einer chinesischen Delegation aus der Provinz Heilongjiang im Nordosten der Volksrepublik sorgte deshalb am Donnerstag für Aufsehen: Provinzgouverneur Lu Hao höchstselbst hatte sich angesagt, um das Werk und dessen Technik in Augenschein zu nehmen.

Seine Provinz, die mit etwa 40 Millionen Einwohnern nach eigenen Angaben einen wirtschaftlichen Schwerpunkt auf die Energieproduktion sowie (ökologische) Landwirtschaft legt, will sich für lokale Kooperationen zwischen China und Neumünster einsetzen. „Wir haben ein sehr großes Interesse und freuen uns, das Werk ansehen zu dürfen“, sagte Lu. Etwas konkreter wurde Neumünsters Stadtpräsidentin Anna-Katharina Schättiger, die Lu und seine Delegation anstelle des erkrankten Oberbürgermeisters Olaf Tauras im schneeweißen Aufenthaltsraum des MTW begrüßte: „Eine Technologiepartnerschaft würde uns sehr freuen.“

Neumünsters Chinese Business Center vermittelt

Der Kontakt zwischen China und Neumünster sei getragen von Neumünsters Chinese Business Center (CBC), in dem Wirtschaftsförderer von Stadt und Land seit 2003 erfolgreich Firmengründungen und -ansiedlungen unterstützen. „Wir würden es sehr begrüßen, durch eine solche Partnerschaft einen Beitrag zu den insgesamt sehr guten Beziehungen zwischen China und Deutschland leisten zu können“, sagte Schättiger. Auch Neumünsters Wirtschaftsförderin Iris Meyer zeigte sich zuversichtlich: „Das wäre wichtig für unsere Wirtschaft und würde zudem zeigen, dass unsere jahrelange Arbeit weitere Früchte tragen könnte.“

Im Mai 2014 nahm das für etwa 64 Millionen Euro erbaute MTW mit seinen Gesellschaftern Uelzena sowie den Meiereien Barmstedt, Wasbek und Schmalfeld-Haasenmoor den Betrieb auf. Etwa 546 Millionen Kilogramm Milch, im wesentlichen aus Schleswig-Holstein, wurden dort 2015 zu 50000 Tonnen Magermilchpulver verarbeitet, zwei Drittel davon wurde in Drittländer exportiert. Das Pulver geht direkt oder über Zwischenhändler an Kunden aus der Backwaren-, Süßwaren- oder Lebensmittelindustrie. Das Werk kann jährlich bis zu 600 Millionen Milch verarbeiten und zählt damit zu den leistungsstärksten Verarbeitern in Europa. Der Umsatz betrug im vergangenen Jahr 94 Millionen Euro, 45 Mitarbeiter sind beim MTW beschäftigt.

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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