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Betrüger fälscht erfolgreich Überweisung

Trotz Kontrolle Betrüger fälscht erfolgreich Überweisung

Mit einer einfachen Masche können Betrüger Geld abzapfen: Sie fälschen die Unterschrift auf einem Überweisungsträger. Ulrich Walinski, Schwentinentaler Unternehmer, bemerkte jüngst bei der Durchsicht seiner Kontoauszüge eine Abbuchung über 940 Euro per Sepa-Einzelüberweisung: „Die war definitiv nicht von mir.“

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Ihr Verantwortungsbereich: Banken müssen die Unterschrift auf Überweisungsträgern genau prüfen.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. Der Unterschriftenabgleich in der Filiale der Kieler Volksbank in Schwentinental zeigte ihm dann auch: Ein Unbekannter hatte auf dem Überweisungsformular unterschrieben. Esther Irmer von der Kieler Volksbank reagiert erschüttert: „Das ist der erste uns bekannte Fall, wo Betrüger mit dieser Masche trotz unseres Kontrollsystems durchgekommen sind“, sagt die Vorstandsassistentin. „Selbstverständlich“ werde der Betrag, der an ein Konto im Ausland geflossen sei, dem Kunden erstattet. „Wir erfassen alle Überweisungen manuell und prüfen jeden Beleg ab dem ersten Euro, bei Zweifeln rufen wir die Kunden an“, betont Irmer. Diesen Fall habe die Volksbank deshalb zum Anlass genommen, alle Mitarbeiter erneut zu besonderer Sorgfalt anzuhalten. „Mit dem Weihnachtsgeschäft steigt auch die Zahl der Überweisungen, und die Betrüger werden immer kreativer“, sagt Irmer.

Bank hat keinen Anspruch gegen Kunden

„So gut wie keine Schadenfälle“ vermeldet die Förde Sparkasse. „Wir haben nach Einführung des Euro-Zahlungsverkehrsraumes sehr früh unserer Sicherheitsvorkehrungen angepasst, um solchen Betrügereien einen Riegel vorzuschieben“, sagt Sprecher Caje Petersen. Auch beim Bankenverband in Berlin gehört der Betrug mit gefälschten Überweisungsträgern eher zu den selteneren Fällen: „Aber weil es dies immer wieder vorkommt, empfehlen wir Bankkunden, regelmäßig ihre Kontoauszüge zu überprüfen, mit Kontodaten sensibel umzugehen und sich bei Problemen sofort an ihr Geldinstitut zu wenden“, sagt Sprecherin Tanja Beller. Bei unautorisierten Zahlungen habe die Bank laut § 675 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) keinen Anspruch gegen den Kontoinhaber und muss die abgeflossene Summe ohne Bearbeitungsentgelt in voller Höhe unverzüglich zur Verfügung stellen.

Das Landeskriminalamt hat in Sachen Überweisungsbetrug keine spezielle Tendenz festgestellt, die Sepa-Überweisungen wurden allerdings auch nicht getrennt in der Statistik ausgewiesen. Demnach wurden 2009 insgesamt etwa 1600 Betrugsfälle gemeldet, 2014 lag diese Zahl leicht über 300. „Die Betrugszahl schwankt in den Jahren leicht, ein signifikanter Anstieg ist aber in letzter Zeit nicht festzustellen“, sagt LKA-Sprecher Uwe Keller. Ulrich Walinski hat derweil reagiert und seine Bank angewiesen, künftig keine Überweisungsträger mehr einzulösen: „Ich werde auch weiterhin nur das Online-Banking nutzen, damit fühle ich mich relativ sicher.“

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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