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Fährverkehr ins Baltikum expandiert

Trotz Russland-Krise Fährverkehr ins Baltikum expandiert

Nach schweren Monaten als Folge der Russlandkrise startet die Fährreederei DFDS Seaways wieder durch. „Wir spüren deutlich eine steigende Nachfrage in den Baltischen Staaten. Die Geschäfte innerhalb der EU sorgen auch auf den Fähren wieder für bessere Auslastung“, sagte Jacob Andersen, Geschäftsführer der Kieler Niederlassung der größten dänischen Fährreederei.

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Die Reederei DFDS baut die Linien nach Osteuropa ab Kiel aus. Eine zusätzliche Abfahrt am Sonnabend wurde eingerichtet. Für Urlauber gibt es ab Juli eine größere Kapazität durch den Einsatz der „Regina Seaways“.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Da besonders auf der Route Kiel-Klaipeda wieder mehr Lastwagen befördert werden, wird diese Route erweitert. „Wir werden ab sofort zusätzlich jeden Sonnabend die ’Corona Seaways’ für eine zusätzliche Abfahrt am Sonnabend nach Klaipeda einsetzen. Außerdem wird in den Sommermonaten die ’Regina Seaways’ auf der Route ab Kiel eingesetzt, die dann die 'Otima Seaways’ ersetzen wird“, sagte Andersen gestern auf der traditionellen Kieler-Woche-Ausfahrt auf der Fähre „Victoria Seaways“.

 Das Ladungsaufkommen auf der Route nach St. Petersburg habe sich nach den Einbrüchen im Vorjahr auch wieder stabilisiert. Es sei zwar noch nicht wieder auf dem Niveau der Vorjahre, aber es reicht für den Betrieb der Frachtfähre „Botnia Seaways“ auf der Route von Kiel nach St. Petersburg. Der Verkehr auf der Route Kiel-Klaipeda hat sich der Situation angepasst. So sind die Lieferungen mit Lebensmitteln für Russland durch das Einfuhrverbot zwar weggebrochen, doch es gebe inzwischen neue Ladungen für diese Route. Es sind Güter, die für die EU-Staaten Litauen und Lettland bestimmt sind. „Sehr gut läuft auch der Fährverkehr zwischen Litauen und Schweden. Es ist eine deutliche Zunahme des Warenverkehrs innerhalb der EU zu sehen“, sagte Andersen. Die weiter wachsende Wirtschaftskraft der baltischen Staaten lässt sich so auch auf den Decks der DFDS-Fähren sowie im Kieler Ostuferhafen ablesen. Als gestern die „Victoria Seaways“ ablegte, standen die Freiflächen in Kiel voll mit Ladungen fürs Baltikum. „Am Wochenende ist die Situation so, dass wir auch viele Güter haben, die nicht warten können. Wie etwa Obst und Gemüse. Deshalb sind wir froh, dass wir mit der ’Corona Seaways’ eine zusätzliche Abfahrt anbieten können“, sagte Andersen. Damit wird diese Route jetzt mit sieben Abfahrten ab Kiel pro Woche genutzt. Für die Ferienzeit wird es durch den Abzug der „Optima Seaways“ und den Einsatz der „Regina Seaways“ Verbesserungen für Passagiere geben. Die „Regina Seaways“ verfügt über 515 Passagierplätze – genauso viele wie „Victoria Seaways“. Die „Optima Seaways“ hat bislang nur Platz für 328 Reisende.

 Im Kieler Hafen ist DFDS mit fast zwei Millionen Tonnen pro Jahr am Umschlag beteiligt. Damit gehört die Reederei zusammen mit der Color Line und der Stena Line zu den wichtigsten Frachtkunden der Seehafen Kiel. „Diese Entwicklung ist für uns natürlich sehr schön. Es ist gut, wenn sich der Verkehr nach Osteuropa wieder positiv entwickelt“, sagte Dirk Claus, Geschäftsführer der Seehafen Kiel. Im vergangenen Jahr hatte die Reederei DFDS erst den Fährverkehr zwischen Lübeck und Klaipeda mit Hinweis auf die Russlandkrise eingestellt und alle Osteuropa-Linien auf Kiel konzentriert.

 Kiel gehört zu den Pionieren im Fährgeschäft mit Russland und Litauen. Seit 1990 gibt es von hier Fährlinien nach Osteuropa.

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Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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