21 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
SWN halten an Ausbauplänen fest

Trotz Telekom-Dämpfer SWN halten an Ausbauplänen fest

Streit um Marktanteile und das Netz der Zukunft: Weil die Bundesnetzagentur der Telekom jetzt erlauben will, weiteren etwa 5,9 Millionen Haushalten schnelles Internet auf Basis heutiger Kupferleitungen anzubieten, sehen sich die Konkurrenten ausgebremst und befürchten eine Vormachtstellung des Bonner Konzerns.

Voriger Artikel
Puschen für alle
Nächster Artikel
Unternehmen zieht es an die A7

Gebremstes Internet: Kritiker halten die von der Telekom bevorzugte Vectoring-Technologie für nicht zukunftsfähig.

Quelle: dpa

Neumünster/Bonn. Der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, bezeichnete den Entwurf dagegen als „fairen Kompromiss“. Der Behörde sei es wichtig, dass der Breitbandausbau durch bestehende Technologie schneller vorangetrieben werden könnte, als dies durch Glasfaser mit zusätzlich hohen Investitionen möglich sei.

 Konkret geht es um den Plan der Telekom, im Umkreis von 550 Metern rund um die Hauptverteilerkästen in städtischen Bereichen das Netz bis 2018 mit schnellerer Vectoring-Technik aufzurüsten. Dafür will der Ex-Monopolist eine Milliarde Euro investieren. Als „fatales Signal für den Wettbewerb“ bezeichnen Wettbewerber wie der Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko) den Entscheidungsentwurf der Behörde, gegen den bis zum 18. Januar Einsprüche eingelegt werden können. „Unsere 230 Unternehmen investieren vor allem in zukunftsfähige ultraschnelle Glasfaseranschlüsse. Ohne den Einbezug der städtischen Bereiche rechnet sich damit ein Ausbau vielfach nicht“, sagte Breko-Geschäftsführer Stephan Albers.

 Dem Entwurf der Bundesnetzagentur vom Montag zufolge können Wettbewerber der Telekom auch weiter Zugang zur „letzten Meile“ im Nahbereich erhalten, wenn sie dort selber schon erfolgreich DSL vermarktet haben. Dafür müssen sie bis Ende Mai eine verbindliche Ausbauzusage vorlegen. In von der Telekom betriebenen Netzbereichen wären sie aber auf ein Vorleistungsprodukt des Konzerns angewiesen und müssten Telekom-Leitungen mieten.

Geschwindigkeiten von bis zu 100 Gbit/s möglich

 Nur „geringe Auswirkungen“ auf die eigenen mit 400 Millionen Euro bezifferten Ausbaupläne bis 2022 sehen die Stadtwerke Neumünster (SWN): „Unsere Strategie ist aufgegangen, sich auf Glasfaser insbesondere im ländlichen Raum zu fokussieren“, sagt SWN-Sprecher Nikolaus Schmidt. Die Anschlussquoten in vielen Bereichen seien gut, „die Kunden sehen den Qualitätsunterschied zur Vectoring-Technologie“. Die SWN würden auch nach der Entscheidung der Netzagentur weiterhin investieren, zumeist über Betreibermodelle mit Zweckverbänden wie derzeit in Dithmarschen. „Generell halten wir den Entwurf der Netzagentur wettbewerbsrechtlich für zweifelhaft, auch wir wollten unser zukunftsfähiges Netz in städtischen Gebieten ausbauen“, betont Schmidt.

 Unterdessen hat Versatel angekündigt, mit mehreren Millionen Euro ab 2016 Gewerbegebiete im Kieler Stadtbereich mit ultraschnellem Internet anzubinden. Dabei seien Geschwindigkeiten von bis zu 100 Gbit/s möglich. Als Voraussetzung für die Erschließung nennt Versatel eine „ausreichende“ Anschlussquote. Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer zeigte sich am Dienstag erfreut darüber. „Ich hoffe auf zahlreiche vergleichbare Initiativen“, sagte er.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

Veranstaltung in...

Aktuelle
Veranstaltungen
und Tagestipps!

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
Mehr aus Nachrichten: Wirtschaft 2/3