23 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Deutscher Schiffbau ist gut aufgestellt

Trotz internationaler Krise Deutscher Schiffbau ist gut aufgestellt

Die internationale Schiffbaubranche ist aktuell in einem Schrumpfungsprozess von enormen Ausmaß. Hauptsächlich der asiatische Markt ist davon betroffen. Der deutsche Markt steht vergleichsweise gut da — die Marktanpassung ist schon geschehen.

Voriger Artikel
Prokon sucht wieder nach Geldgebern
Nächster Artikel
Trotz Weltkrise: Deutscher Schiffbau gut aufgestellt

Die deutsche Schiffbaubranche ist nach Einschätzung des Verbands für Schiffbau und Meerestechnik (VSM) gut aufgestellt.

Quelle: Carsten Rehder/dpa

Rostock/Hamburg/Kiel. Die deutsche Schiffbaubranche ist nach Einschätzung des Verbands für Schiffbau und Meerestechnik (VSM) gut aufgestellt — trotz der „unglaublichen Dimension der internationalen Schiffbaukrise“. „Wir bedienen einige Marktsegemente sehr erfolgreich“, sagte VSM-Hauptgeschäftsführer Reinhard Lüken. Die internationale Krise sei durch enorme Überkapazitäten, die schwache Nachfrage und den niedrigen Ölpreis verursacht worden und führe vor allem in Asien zu Milliardenverlusten.

„Der deutsche Schiffbau wird trotzdem unter Druck geraten, weil alle anderen dahin kommen wollen, wo wir heute schon sind“, sagte Lüken. Es sei deshalb davon auszugehen, dass einige deutsche Werften den Auftragseinbruch hart zu spüren bekommen. „Der Weltmarkt setzt den Rahmen für unsere Arbeit, nicht die eigene Nabelschau.“

Der deutsche Schiffbaumarkt habe in den vergangenen Jahren viele und auch schmerzhafte Restrukturierungen schon hinter sich gebracht. Diese hätten die asiatischen Anbieter vor allem im Bereich der Frachtschifffahrt noch vor sich. In Deutschland hätten sich hocheffiziente Wertschöpfungsketten mit Hunderten Unternehmen entwickelt, die koordiniert zusammenarbeiten. Diese Komplexität sei der große Wettbewerbsvorteil für die heimische Industrie und könne nicht einfach kopiert werden, betonte Lüken.

Zu Beginn dieses Jahrtausends seien in Asien vor allem im Frachtbereich hochspekulativ Schiffe bestellt worden, dies hätte den Weltmarkt komplett überhitzt. Nach mehreren Jahren von abwechselnden Zuwächsen und Abstürzen sei die Weltbranche aktuell in der schweren Krise verfangen, in der die Überhitzung erst richtig zum Tragen komme. Nach den weltweiten Bestellungen von mehr als 2000 Schiffen im vergangenen Jahr seien in den ersten beiden Monaten dieses Jahres erst 33 Aufträge eingegangen.

Nach vorläufiger Einschätzung ist der Umsatz im deutschen Schiffbau im vergangenen Jahr in geringem Maße zurückgegangen, während der Weltmarkt regelrecht abstürzte, sagte Lüken. Bereits 2014 hatte der deutsche Markt um 28 Prozent beim Umsatz zulegen können, während der Weltmarkt um 18 Prozent nachließ. Der Auftragseingang werde 2015 in Deutschland voraussichtlich höher liegen als 2014.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Veranstaltung in...

Aktuelle
Veranstaltungen
und Tagestipps!

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
Mehr aus Nachrichten: Wirtschaft 2/3