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UKSH-Chef verdient viermal so viel wie Albig

Spitzengehälter-Vergleich UKSH-Chef verdient viermal so viel wie Albig

Schleswig-Holsteins öffentliche Unternehmen haben einen neuen Spitzenverdiener: UKSH-Chef Jens Scholz verdrängte den bisherigen Topverdiener, Götz Bormann von der Förde Sparkasse, auf Platz zwei.

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Spitzenverdiener: Jens Scholz (li.) übertrumpft seinen Bruder Olaf, den Hamburger Bürgermeister, klar.

Quelle: Sonja Paar

Kiel. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums UKSH, bezog 2015 ein Jahresgehalt von rund 640.000 Euro: 460.000 Euro waren davon fix, 180000 Euro wurden als erfolgsabhängige Provision ausgezahlt. Der Krankenhauschef verweist damit den bisherigen Topverdiener, Götz Bormann von der Förde Sparkasse, auf Platz zwei. Er brachte es auf insgesamt 531.000 Euro.

Die Zahlen kann jeder Bürger im Internet nachlesen. Einmal pro Woche veröffentlicht das Finanzministerium auf seinen Seiten unter dem Stichwort Vergütungsoffenlegung neue Gehaltsangaben öffentlicher Unternehmen. Diese sind seit vergangenem Jahr gesetzlich verpflichtet, aus ihren Jahresbilanzen die Managergehälter zu veröffentlichen. Bislang liegen 57 Angaben vor. Ein Sprecher des Uniklinikums Schleswig-Holstein wollte sich zum Gehalt seines Chefs nicht äußern. Die Höhe lege der Aufsichtsrat fest. Richtig sei aber die Feststellung, dass das UKSH mit 12500 Mitarbeitern nach der Berliner Charité Deutschlands zweitgrößtes Klinikum ist.


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Scholz kassiert knapp das Vierfache des Ministerpräsidenten Torsten Albig (SPD), der 162.000 Euro bekommt – und übertrumpft auch klar seinen Bruder: Der Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz verdient 185.000 Euro.

Sind Spitzengehälter angemessen?

 Im Landeshaus wird nun darüber diskutiert, ob die Spitzengehälter in öffentlichen Unternehmen angemessen sind. „Wir können es nicht zulassen, dass die Schere zwischen den Gehältern immer weiter auseinanderklafft“, sagte SPD-Chef Ralf Stegner. Grünen-Politiker Rasmus Andresen stimmte zu: „Gute Leistung muss gut entlohnt werden. Aber man muss die Verhältnismäßigkeit im Blick behalten.“ Dagegen bezeichnete Daniel Günther (CDU) die Veröffentlichung von Gehältern als zwanghaft und „großen Quatsch“.

 Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) hatte in den vergangenen Monaten immer wieder gesagt, dass die Bezüge des Führungspersonals in öffentlichen Unternehmen kein Geheimnis sein dürften. Transparenz zeichne eine Demokratie doch aus.

 Es sind längst nicht nur der UKSH- und der Sparkassen-Chef, die Schleswig-Holsteins Minister und Oberbürgermeister in punkto Einkommen alt aussehen lassen. Sören Schuhknecht, Werkleiter der Stadtwerke Elmshorn, bekommt jährlich 187.500 Euro - plus 0,6 Prozent Erfolgsbeteiligung. Bernd Bösche von der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer WTSH erhält 137.000 Euro, und Winnetou-Festspielleiterin Ute Thienel bezieht 145.000 Euro.

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Ein Artikel von
Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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Foto: Monika Heinold: „Die Bezüge des Führungspersonals öffentlicher Unternehmen dürfen kein Geheimnis sein."

Spitzenmanager öffentlicher Unternehmen können in Schleswig-Holstein auch sechsstellige Gehälter beziehen. Dies geht aus Angaben hervor, die das Finanzministerium am Freitag mit der Freischaltung einer Internetseite dazu öffentlich gemacht hat.

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