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Wirtschaft in solider Verfassung

UV Nord Wirtschaft in solider Verfassung

Die Wirtschaft im Norden ist solide ins Jahr gestartet und dank anhaltender Konsumlaune und niedrigen Rohstoff- und Energiepreisen in einer besseren Situation als noch vor einem Jahr. Das ist das Ergebnis einer Blitzumfrage, die der UV Nord am Freitag in Kiel präsentierte.

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Die Wirtschaft im Norden ist zufrieden.

Quelle: Bernd Wüstneck/dpa

Kiel. „Rund ein Drittel der befragten Unternehmen – 29 Prozent – bezeichnen ihre gegenwärtige Situation als besser, mehr als die Hälfte als unverändert“, sagte UV-Nord-Präsident Uli Wachholtz. Ein Grund für die gute Stimmung seien Auftragsüberhänge aus dem Vorjahr.

Nur 14 Prozent der Nord-Unternehmen sahen sich in einer schlechteren Lage als zuvor. Das begründeten sie mit dem nach wie vor rückläufigen Geschäft mit Russland, dem Fachkräftemangel und steigenden Personalkosten. Insgesamt beurteilten schleswig-holsteinische Unternehmen ihre Lage etwas besser als die Hamburger.

Eine gute Nachricht für die Beschäftigten ist, dass 65 Prozent der Unternehmen bis Mitte des Jahres ihre Personalzahl stabil halten wollen und rund ein Viertel neue Stellen schaffen will. Nur acht Prozent der Betriebe wollen Stellen abbauen. Ebenso positiv: Knapp ein Drittel der Unternehmen will 2016 mehr investieren als 2015.

Obwohl der Auftragseingang bei 35 Prozent der Unternehmen in den ersten drei Monaten des Jahres stieg und nur acht Prozent mit weniger Aufträgen rechnen, blickt die Wirtschaft mit „gedämpften Erwartungen“ auf den weiteren Jahresverlauf. „Gründe hierfür sind die viel zu niedrigen Investitionsquoten und das trotz des niedrigen Zinsniveaus“, sagte Wachholtz. Der UV-Nord-Präsident bemängelte die verschlechterten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Insbesondere die Situation in der Metall- und Elektroindustrie habe sich deutlich verschlechtert. „Die Branche war früher Wachstumslokomotive“, so Wachholtz. „Inzwischen ist sie konjunkturelles Schlusslicht.“ Der niedrige Ölpreis sowie schwächelnde Märkte in China, Russland und den Schwellenländern seien Schuld daran, dass weniger geordert werde. Gleichzeitig seien hohe Personalkosten in Deutschland im Vergleich zu Nachbarländern wie Polen ein Problem für die Branche.

„Pünktlich zu Tarifverhandlungen wird Trübsal geblasen, danach wird wieder Kasse gemacht: Diese Zweckpropaganda der Arbeitgeber ist schnell zu durchschauen“, reagierte der DGB Bezirk Nord am Freitag. „Der UV Nord zeigt gerne mit dem Finger auf andere – er sollte sich lieber um den Abbau unterbezahlter und prekärer Beschäftigungsverhältnisse im Norden und den Sozialversicherungsbetrug in den Unternehmen kümmern.“

Schlechte Noten für die Landesregierung

Die Wirtschaft im Land ist nicht zufrieden mit der  Arbeit der Regierung , nur 34 Prozent der Betriebe bewerten sie positiv. Hauptkritikpunkt ist eine aus Unternehmersicht fehlende mittelstandsfreundliche Politik . Auch Ministerpräsident Torsten Albig bekommt schlechte Noten, lediglich 20 Prozent der Befragten finden, dass er gute Arbeit macht. Dem Landeschef fehle es an Führungskraft.

Im Ministerien-Ranking deutlich abgerutscht sind Finanz- und Wirtschaftsministerium. Lag Monika Heinolds Ressort 2015 noch auf Platz 1, steht das Finanzministerium nun auf Rang 4 . Wirtschaftsminister Reinhard Meyer muss sich mit  Platz 5 (zuvor 2) zufrieden geben, weil die Unternehmer ihm die Hängepartie um die A20 anlasten. Platz 1 bis 3 belegen Innenministerium, Umweltministerium und Justizministerium.

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Ein Artikel von
Anne Holbach
Wirtschaftsredaktion

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