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Der Jobmotor gerät ins Stocken

UVNord-Umfrage Der Jobmotor gerät ins Stocken

Dem Jobmotor in Schleswig-Holstein und Hamburg ist offenbar eine größere Portion Sand ins Getriebe geraten. Zwar befindet sich die Wirtschaft im Norden zwar durchaus noch in solider Verfassung, doch die Neigung zu Personaleinstellungen ist deutlich geschrumpft.

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Beklagt politischen Gegenwind: UVNord-Präsident Uli Wachholtz.

Quelle: fpr

Hamburg. Dies ist das Ergebnis einer Blitzumfrage, die die Vereinigung der norddeutschen Unternehmensverbände (UVNord) am Freitag in Hamburg präsentierte. „Die leichte Aufwärtsentwicklung hat sich fortgesetzt, die Unternehmen sind mit einer soliden Grundlage in das Jahr gestartet“, sagte UVNord-Präsident Uli Wachholtz, um jedoch gleich ein dickes „aber“ hinterherzuschieben. Denn den stimulierenden Faktoren milder Winter, starker Konsum, günstiger Ölpreis, niedrige Zinsen und exportfreundlicher Eurokurs steht eine ganze Reihe von Rahmenbedingungen gegenüber, die viele Unternehmen bei Investitionen und Personaleinstellungen vorsichtig auf die Bremse treten lassen: die schwache Nachfrage aus Südeuropa, die Hängepartie um Griechenland, die anhaltende Ukraine-Krise mit erheblichen Auswirkungen auf das Russlandgeschäft und nicht zuletzt eine ganze Reihe staatlicher Regelungen. Wachholtz: „Wir spüren auf allen Ebenen der Politik starken Wind gegen die Konjunktur.“ So verbreiteten auf Bundesebene Themen wie der Mindestlohn „mit seinen erstickenden Dokumentationspflichten“, die Frauenquote sowie die Entwürfe für ein Entgeltgleichheitsgesetz oder eine neue Arbeitsstättenverordnung „ebenso wenig Aufbruchstimmung“ wie die geplante Eindämmung von Zeitarbeit und Werkverträgen. Doch auch aus der Landespolitik weht den Arbeitgebern nach eigenem Empfinden der Wind kräftig ins Gesicht. Als Negativsignale für Wachstum, Beschäftigung und Investitionen sieht Wachholtz etwa das Korruptionsregister, Tariftreue- und Vergabegesetze mit Landesmindestlöhnen – und natürlich: den Zustand der Verkehrsinfrastruktur im Norden.

 An der Konjunkturumfrage, in die Rückmeldungen bis zum 22. April einflossen, beteiligten sich aus Schleswig-Holstein 170 Unternehmen mit mehr als 45000 Beschäftigten und 80 Hamburger Firmen mit knapp 50000 Mitarbeitern. Immerhin jedes vierte Unternehmen (26 Prozent) bezeichnet seine gegenwärtige Situation verglichen mit dem Herbst als besser, 56 Prozent der Firmen sehen ihre Lage unverändert. Obwohl fast 40 Prozent der Betriebe im zweiten Quartal mit steigenden Auftragseingängen rechnen, sind Neueinstellungen die Ausnahme geworden: Zwei Drittel der Unternehmen werden ihr Stellenangebot bis zur Jahresmitte nicht verändern, 22 Prozent planen neue Stellen und jeder zehnte Betrieb will Arbeitsplätze abbauen. Daraus ergibt sich nur noch ein bescheidener Beschäftigungsanstieg von 66 Stellen. Im gleichen Vorjahreszeitraum gab es noch einen Positivsaldo von 512 Stellen. Anhaltend gute Geschäfte meldet die Chemieindustrie im Norden, und auch in der Metall- und Elektrobranche füllen sich die Auftragsbücher nach einem Dämpfer im ersten Quartal wieder zügiger.

 Obwohl sie über günstige Kredite auch davon profitieren, bereitet die Geldschwemme der Europäischen Zentralbank vielen Unternehmen auch Sorge. Wachholtz: „Die negativen Auswirkungen der Niedrigzinsen, wie die Enteignung der Sparer und die wachsenden Problem für Banken und Versicherungen, lassen viele Unternehmen vorsichtig werden.

 Die UVNord vertritt über 84 ihre Mitgliedsverbände die Interessen von mehr als 41000 Unternehmen mit rund 1,55 Millionen Beschäftigten.

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Ein Artikel von
Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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