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Die Wirtschaft im Norden läuft rund

Umfrage der IHK Die Wirtschaft im Norden läuft rund

Schleswig-Holsteins Wirtschaft ist mit Schwung ins neue Jahr gestartet. Der Export läuft zwar noch vergleichsweise verhalten, doch die Binnennachfrage von Verbrauchern und Unternehmern „beflügelt die wirtschaftliche Entwicklung im Land“, ergab eine repräsentative Umfrage der IHK Schleswig-Holstein.

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Mehr als 95 Prozent der Bau-Firmen berichten über eine gute oder befriedigende wirtschaftliche Entwicklung.

Quelle: dpa

Kiel. „Wir rechnen in diesem Jahr mit 1,6 Prozent Wirtschaftswachstum“, sagte die Präsidentin IHK Schleswig-Holstein, Friederike Kühn, am Mittwoch in Kiel. Der Konjunkturklimaindex stieg im vierten Quartal 2015 von 116 auf 122 Punkte. Das ist deutlich mehr als der langjährige Durchschnitt von 117 Punkten. Der Index kann Werte zwischen Null und 200 annehmen. Und in diesem Jahr bestehe die Hoffnung, dass unter anderem wegen des weiter schwachen Euro auch die Exportwirtschaft wieder deutlich zulegen könne.

 Von den befragten Unternehmen bezeichneten 44,7 Prozent ihre Geschäftslage als gut (Vorquartal 41,7 Prozent), 46 Prozent als befriedigend (47,6). Nur 9,9 Prozent (10,7) beurteilten ihre Lage als schlecht. „Die Betriebe sehen die weitere Entwicklung optimistisch“, so Kühn. 28 Prozent erwarten eine Verbesserung der Situation (Vorquartal 21), 54 Prozent zumindest eine gleichbleibende Lage (60,7). 18,3 Prozent (18,0) rechnen mit einer Verschlechterung.

„Die schleswig-holsteinische Wirtschaft startet wieder unter guten Voraussetzungen ins Jahr“, stellte Kühn fest. Weder der Börsencrash in China noch der Flüchtlingsstrom hätten sich bisher negativ auf die Konjunktur ausgewirkt. Allerdings seien auch die Herausforderungen gestiegen, sagte die Unternehmerin, die auch Präses der Industrie- und Handelskammer zu Lübeck ist. So müssten endlich Lösungen für die großen Infrastrukturprojekte gefunden werden: im Verkehr, aber auch bei der Breitband-Versorgung. Auch die Integration der Flüchtlinge werde eine große Herausforderung bleiben. Die Unternehmen seien bereit, ihren Beitrag zu leisten, sagte Kühn. Laut Umfrage sind drei Viertel der Betriebe offen für die Beschäftigung und Ausbildung von Flüchtlingen oder das Angebot entsprechender Praktika. Sorgen bereiten den Betrieben auch die weltpolitische Entwicklung und die Grenzkontrollen an der deutsch-dänischen Grenze.

Die Entwicklung verläuft in den Branchen unterschiedlich. Während sich die Industrie überwiegend befriedigend über die Lage äußert, läuft es in der Bauwirtschaft sehr gut. Mehr als 95 Prozent der Bau-Firmen berichten über eine gute (60,4 Prozent) oder befriedigende (34,9) Situation. Weniger zufrieden mit der aktuellen Geschäftslage ist wegen des milden Winters der Einzelhandel. Spitzenwerte beim Konjunkturindex erzielten die unternehmens- und die verbraucherorientierten Dienstleistungen mit 137,4 bzw. 141 Punkten. Aber auch in der Tourismusbranche ist die Lage gut, der Index erreichte mit 136,5 Punkten den höchsten Wert seit 15 Jahren. Auch diese Branche blickt allerdings mit Sorge auf Sanierungsstaus und Verzögerungen bei der Planung von Verkehrsprojekten wie zuletzt nach dem Fund eines verwaisten Adlerhorstes nahe der Trassenführung der A20. „Wenn Planungen fehlerfrei gestaltet sind, kommt so etwas nicht vor“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Peter Michael Stein. Klagen gegen Verkehrsprojekte seien insgesamt ein großes Problem. „Die touristischen Akteure müssen erreichbar sein.“

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