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Unsichere Lage: GES in der Türkei fällt aus

IfW bestätigt Absage Unsichere Lage: GES in der Türkei fällt aus

Das vom Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) organisierte Global Economic Symposium (GES) Ende Oktober in Instanbul fällt aus. Das teilte Prof. Dennis Snower am Donnerstag mit.

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Dennis Snower ist Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft. Er musste das GES in der Türkei absagen.

Quelle: Carsten Rehder/dpa (Archiv)

Kiel. Wegen der Folgen des Putschversuchs in der Türkei hat das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) am Donnerstag die Reißleine gezogen: Die vom Institut organisierte neunte Auflage des Global Economic Symposium (GES) vom 25. bis 27. Oktober in Istanbul „wird bis auf Weiteres verschoben“, teilte IfW-Präsident Prof. Dennis Snower mit. Als Grund dafür nannte er die „von großen Unsicherheiten geprägte“ politische Situation in der Türkei, deren weitere Entwicklung kaum vorhersehbar sei. „Im Einvernehmen mit unseren türkischen Partnern haben wir uns daher im Sinne der Planungssicherheit dazu entschieden“, sagte Snower.

Zum Auftakt der achten Auflage des GES im Oktober 2015 in Kiel, bei dem 350 Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft über das globale Wertesystem diskutierten, wurde bekannt, dass Istanbul zum zweiten Mal nach 2010 als Tagungsort ausgewählt wurde. Snower nannte damals die zentrale Rolle der Türkei unter anderem in der Flüchtlingskrise, den Syrienkonflikt sowie die G20-Präsidentschaft 2015, die den Ausschlag für das GES in Istanbul gegeben hätten. „Ich freue mich auf ein GES zu einem geeigneteren Zeitpunkt“, sagte der Institutschef nun am Donnerstag, der sich zudem beim Finanzminister und stellvertretenden Ministerpräsident der Türkei, Mehmet Şimşek, für die Unterstützung bei der Vorbereitung bedankte.

Außerplanmäßig, aber nicht als geplanter Ersatz für die ausgefallene Oktobertagung, wird nun im Mai in Berlin das nächste Global Economic Symposium stattfinden, teilte ein IfW-Sprecher auf Anfrage unserer Zeitung mit: „Die Verknüpfung mit Berlin und die Nähe zur Bundespolitik stieß bei unseren regionalen Freunden, Förderern und Partnern auf große Resonanz.“ Bei der gemeinsam vom IfW und dem Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE) aus Bonn geleiteten Tagung sollen „erste konkrete Ergebnisse“ der „Thinktank 20“-Gruppe diskutiert und vorgestellt werden. Diese Gruppe ist ein Zusammenschluss von Forschungseinrichtungen und Thinktanks (Denkfabriken) der G20-Staaten.

Ziel und Idee sei es, so der Sprecher, mit dieser Veranstaltung die deutsche G20-Präsidentschaft sowie kommende G20-Gipfel der führenden Industrie- und Schwellenländer wie im Juli 2017 in Hamburg „inhaltlich zu begleiten und zu unterstützen“. Erst im Juli hatte die Bundesregierung das IfW und das DIE damit betraut, Deutschlands G20-Präsidentschaft zu begleiten. Beide Institute sollen einen Prozess leiten und organisieren, in dem internationale Denkfabriken Em-pfehlungen für politische Entscheidungsträger entwickeln. „Unser Ziel ist, dass dieses Netzwerk auch über die deutsche Präsidentschaft im nächsten Jahr hinaus die G20 begleiten und beraten wird.“

Als Themen zeichnen sich unter anderem ab: Migration und Flucht, Klima- und Energiepolitik, die Krisenfestigkeit der Finanzsysteme, die Umsetzung der Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung und des Pariser Klimaabkommens sowie globale Herausforderungen des digitalen Zeitalters. Bereits im Herbst kommenden Jahres ist das GES dann wieder turnusgemäß in Kiel.

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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