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Positive Erwartungen im Norden

Konjunkturaussichten Positive Erwartungen im Norden

Bei fast der Hälfte der Unternehmen in Hamburg und Schleswig-Holstein herrscht positive Stimmung. Das zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage des Unternehmensverbandes Nord. Gefahr sieht der Verband aber vor allem in der Vernachlässigung der Verkehrsinfrastruktur. Die Wirtschaft in Schleswig-Holstein und Hamburg blickt positiv auf den weiteren Jahresverlauf.

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Für das laufende Jahr rechnen die meisten Unternehmen im Norden mit einer positiven Konjunkturentwicklung.

Quelle: dpa

Kiel. „Fast jedes zweite Unternehmen geht davon aus, dass das Wirtschaftsjahr 2014 besser verlaufen wird als das Vorjahr“, sagte Uli Wachholtz, Präsident der Vereinigung der Unternehmensverbände UV Nord, am Freitag in Kiel zu den Ergebnisse einer Konjunktur-Umfrage unter 213 Unternehmen mit 80 000 Beschäftigten.

Insgesamt 40 Prozent der Unternehmen bezeichneten ihre gegenwärtige wirtschaftliche Situation im Vergleich zu 2013 als besser, 51 Prozent bewerteten ihre Lage als unverändert. Nur neun Prozent sehen ihre derzeitige Situation schlechter an als im Vorjahr. Als Gründe werden die nach wie vor stabile Konsumlaune, eine gestiegene Nachfrage aus dem Ausland sowie der milde Winter genannt.

„Im Ergebnis des Ländervergleichs lässt sich festhalten, dass die Konjunktur in Hamburg etwas mehr an Fahrt gewonnen hat“, sagte Wachholtz. Die Hamburger Unternehmen bewerteten ihre Situation durchweg positiver. Sorge bereitet dem Unternehmensverband vor allem die marode Verkehrsinfrastruktur in Schleswig-Holstein.

„Jeder weiß, dass die Bahnlinien im 19. Jahrhundert und die Autobahnen im 20. Jahrhundert gebaut wurden und jetzt passiert gar nichts mehr“, sagte Wachholtz. Die Elbquerung sei für die nordeuropäischen Unternehmen bereits jetzt ein massives Problem. „Und absehbar wird das auch die Kanalquerung“, fügte er mit Blick auf die baufällige Rader Hochbrücke im Zuge der Autobahn 7 über den Nord-Ostsee-Kanal hinzu. „Wir leben permanent auf Verschleiß.“ Die Landesregierung müsse sich in der Verkehrspolitik klar positionieren, beispielsweise durch einen Masterplan Verkehr.

Nach Einschätzung des Verbandes ziehen erste Unternehmen bereits Konsequenzen und verlassen Schleswig-Holstein beziehungsweise investieren nur noch außerhalb des Landes. „Wenn es überhaupt noch Ansiedlungen gibt, dann im Hamburger Speckgürtel“, sagte UV-Nord-Hauptgeschäftsführer Michael Thomas Fröhlich.

Dementsprechend fiel eine Politikumfrage des Verbandes aus. Nur noch jedes dritte Unternehmen (36 Prozent) ist mit der Arbeit der schleswig-holsteinischen Koalition aus SPD, Grünen und SSW zufrieden. Zum Vergleich: Im Sommer 2013 traf dies noch auf 45 Prozent der Unternehmen zu. Nach Angaben von Wachholtz wird der Regierung wegen ihrer kritischen Haltung zu Verkehrsinfrastruktur-Projekten psychologisch eine höhere Verantwortlichkeit zugeschrieben.

Schlecht kam insbesondere Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) weg. Nur jedes fünfte Unternehmen (22 Prozent) bewertete seine Arbeit als gut. Im Herbst 2012 taten dies noch 34 Prozent, im Sommer 2013 immerhin noch 29 Prozent. Nach Einschätzung des Verbandes erhält der Kabinettschef ganz offensichtlich „Prügel“ für manche Eskapaden seiner Kabinettsmitglieder wie aktuell in der Hochschulpolitik.

Am besten kam in der Befragung das Innenministerium weg, dessen Arbeit 48 Prozent der Unternehmen als gut bewerteten. Auf dem letzten Platz landete das von Waltraud Wende (parteilos) verantwortete Bildungs- und Wissenschaftsressort. Nur 15 Prozent bewerteten die Arbeit dieses Ministeriums als gut.

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