6 ° / 2 ° Regenschauer

Navigation:
Versicherungen werden teurer

Unwetter Versicherungen werden teurer

Schleswig-Holstein ist im vergangenen Jahr deutlich seltener von Unwettern heimgesucht worden als im Sturm-Jahr 2015. Weil Schäden durch Stürme, Starkregen und Überschwemmungen im Trend jedoch zunehmen, erhöhen die Versicherungen nach und nach die Tarife für ihre Gebäudeversicherungen.

Voriger Artikel
Preise im Norden ziehen weiter an
Nächster Artikel
Start-up geht Männern an die Wäsche

Das wird teuer: Überschwemmungen verursachen besonders hohe Schäden.

Quelle: Daniel Bockwoldt

Kiel. Zwar betonen der im Norden führende Anbieter Provinzial und Europas Branchenprimus Allianz, aufgrund „isolierter Schadenereignisse“ würden Preise nicht angehoben. Bei älteren Verträgen jedoch, so heißt es bei der Provinzial, könne es auf Basis einer mehrjährigen Betrachtung zur Beitragsanpassungen bei älteren Verträgen kommen. Kunden des Versicherers berichten von Erhöhungen um rund zehn Prozent bei der Wohngebäudeversicherung. Die Allianz bereitet ihre Kunden indirekt ebenfalls auf eine Verteuerung der Wohngebäudeversicherung vor: „Die Höhe der Prämie hängt natürlich mit der Höhe der Schadenaufwendungen zusammen.“

Einzelschäden waren 2016 deutlich teurer

Heute präsentiert die Allianz ihren „Naturkatastrophenkalender 2016“. Danach hat der europäische Branchenprimus seinen Kunden im Norden im vergangenen Jahr insgesamt rund 4,2 Millionen Euro aufgrund von Schäden durch Sturm und Hagel, Überschwemmungen, Starkregen und Blitz ausbezahlt – das ist nur etwa halb so viel wie im Jahr 2015, das vor allem durch das zerstörerische Wüten von Orkantief „Niklas“ als Extrem-Sturmjahr in die Geschichte der Wetteraufzeichnung eingeht. Rund 2940 Unwetter-Schäden haben schleswig-holsteinische Versicherte der Allianz im vergangenen Jahr gemeldet – zwei Drittel weniger als im Jahr zuvor. Allerdings: Im Durchschnitt waren die Einzel-Schäden erheblich teurer als im Jahr zuvor: 2016 lag die Schadenhöhe bei durchschnittlich 1436 Euro und war damit um 40 Prozent größer als 2015.

Versicherer raten dringend zu Elementarschutz

Angesichts der langfristigen Zunahme von Starkregen-Ereignissen weisen beide Versicherer auf die wachsende Bedeutung einer Elementar-Zusatzdeckung als Baustein einer Wohngebäude-Versicherung hin. In Schleswig-Holstein hat derzeit lediglich jeder fünfte Gebäudebesitzer eine Elementardeckung abgeschlossen. Im Neugeschäft meldet die Provinzial allerdings bereits eine doppelt so hohe Quote.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

Mehr aus Nachrichten: Wirtschaft 2/3