7 ° / 1 ° Regenschauer

Navigation:
Urabstimmung hat begonnen

Damp-Kliniken Urabstimmung hat begonnen

Die Zeit für Kompromisse bei den Damp-Kliniken scheint abgelaufen: Mehr als 2000 Beschäftigte haben sich nach Gewerkschaftsangaben bislang an den Warnstreiks und der Urabstimmung über unbefristete Streiks beteiligt - darunter auch die Standorte Damp und Kiel. Die Zuversicht, dass diese auch kommen, ist groß.

Voriger Artikel
Color Line schaltet in Oslo um
Nächster Artikel
Weber ist neuer Aufsichtsratsvorsitzender bei Hapag-Lloyd

 Für ihre Tarifforderungen gingen 900 Beschäftigte des Damp-Konzerns im Ostseebad Damp auf die Straße. Anschließend startete die Urabstimmung über einen unbefristeten Streik.

Quelle: R. Krüger

Damp/Kiel. Am ersten Tag der von Warnstreiks begleiteten Urabstimmung bei den Damp-Kliniken haben sich nach Gewerkschaftsangaben mehr als 2000 Beschäftigte beteiligt. Betroffen sind in Schleswig-Holstein die Standorte Damp, Schönhagen, Lehmrade, Schleswig und Kiel, in Mecklenburg-Vorpommern sind es Ahrenshoop und Stralsund, in Hamburg ist es die Endo-Klinik. Verdi-Verhandlungsführer Oliver Dilcher zeigte sich zuversichtlich, dass die benötigte Zustimmung zum unbefristeten Streik erreicht werde.

Dilcher sprach von einer „knallharten Auseinandersetzung bis hin zu juristischen Auseinandersetzungen“. Weiter kritisierte er das „Sparprogramm“, das die Eigentümerin, die Helios Kliniken GmbH, durchsetzen wolle. Verdi fordert für die 5600 Damp-Beschäftigten 7,5 Prozent mehr Gehalt beziehungsweise einen Sockelbetrag von 200 Euro, Weihnachtsgeld sowie eine Arbeitsplatzsicherung im Servicebereich. In der vergangenen Woche waren letzte Gespräche zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften gescheitert. Helios hatte für Beschäftigte, die bislang weniger verdienen als an kommunalen Krankenhäusern, für 2012 eine Gehaltssteigerung von bis zu 3,5 Prozent angeboten.

An der Hamburger Endo-Klinik beteiligten sich bis zum Vormittag mehr als 120 Beschäftigte, sagte Michael Stock von Verdi. Das seien mehr als bei den vergangenen Warnstreiks. „Die Kollegen sind wirklich sauer auf den neuen Eigentümer“, berichtete Stock.

Die Helios Kliniken GmbH hatte die Krankenhäuser der Damp-Gruppe im März übernommen. Zuvor hatte die Damp-Holding Tarifverhandlungen mit Blick auf den künftigen neuen Mehrheitsaktionär abgelehnt. Im Februar und März hatten Damp-Mitarbeiter sich dann mehrfach an Warnstreiks beteiligt.

„Wir warten seit Januar auf eine Lohnerhöhung“, kritisierte Stock weiter. In Hamburg sei davon auszugehen, dass die nötige Zustimmung für unbefristete Streiks erreicht werde. Die Lage in der Hansestadt sei „ziemlich eindeutig“. Die Gewerkschaft habe versucht, Brücken zu bauen, dies jedoch vergeblich.

Die Urabstimmung und die Warnstreiks sollen am Donnerstag fortgesetzt werden. Von der Früh- bis zur Spätschicht sollen die Beschäftigen die Arbeit niederlegen. Zudem sind in Schleswig eine zentrale Kundgebung und eine Demonstration durch die Innenstadt geplant. Mit dem Ergebnis der Urabstimmung wird erst am Montag gerechnet.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Damp-Kliniken
Am Montag soll bekanntgegeben werden, ob es an den Damp-Kliniken mit Standorten in drei Bundesländern einen unbefristeten Streik geben wird.

Kommt der Streik oder kommt er nicht? Den Damp-Kliniken mit Standorten in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg droht ein unbefristeter Arbeitskampf. Im Tarifkonflikt mit Arbeitgeber Helios gibt sich die Gewerkschaft Ver.di zuversichtlich.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr