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Kreuzfahrten werden erneut teurer

Verband Kreuzfahrten werden erneut teurer

Der Kreuzfahrttourismus boomt weltweit. Auch in Deutschland kommen die Reedereien der steigenden Nachfrage kaum hinterher, neue Schiffe sind bereits bestellt. Zunächst wird für die Kunden aber 2016 wieder an der Preisschraube gedreht.

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Kreuzfahrten auf dem Höhenflug: Die Fahrt mit "Costa Pacifica" (links) oder "Aidaluna", wie hier in Kiel, könnte in der kommenden Saison etwas mehr kosten.

Quelle: Frank Behling (Symbolbild)

Hamburg. Die Preise für Hochsee-Kreuzfahrten von Deutschland aus werden im nächsten Jahr erneut steigen. Eine Erhöhung von 2,0 bis 3,0 Prozent erwartet der Präsident des Verbands der Kreuzfahrtindustrie (Clia) Deutschland, Michael Ungerer. Für die starke Nachfrage im deutschen Markt gebe es nicht genügend Angebot seitens der Reedereien, sagte Ungerer am Dienstag in Hamburg. Auch in den beiden vergangenen Jahren hätten die Preise durchschnittlich in diesem Volumen zugelegt.

2014 waren rund 1,8 Millionen Deutsche an Bord der Kreuzfahrtschiffe unterwegs (plus 5,0 Prozent), schon im nächsten Jahr soll die 2,0-Millionen-Marke geknackt werden, wie der Verband hofft. Bevorzugte Reisegebiete der Deutschen seien die Nordsee und ihre Anrainer sowie die Ostsee mit dem Baltikum gefolgt vom Mittelmeer, berichtete der Verbandspräsident. Angesichts dieses Reisebooms haben Kreuzfahrtreedereien bis 2018 insgesamt 29 Schiffe in Auftrag gegeben und investieren dafür mehr als 15 Milliarden Euro.

Naturschützer kritisieren Schiffsantriebe

Im Gegensatz dazu hat der Naturschutzbund Deutschland erneut von den Kreuzfahrtreedereien gefordert, zum Schutz der Passagiere, der Bewohner an Land sowie der Meere verstärkt in bessere Abgastechnik zu investieren und auf Schweröl als Treibstoff zu verzichten. „Wir sind im Umbruch, vielfältige Technologien kommen zum Einsatz“, entgegnete der Clia-Präsident. Entschwefelungsanlagen (Scrubber) seien aber nur eine Übergangslösung. Angestrebt werde der Einsatz von LNG (flüssiges Erdgas) als Treibstoff-Alternative zu Schweröl und Marinediesel. Allerdings gebe es noch keine international einheitlichen Standards und Regelungen für Transport, Lagerung und Verwendung von LNG. Wollen Schiffe mit LNG fahren, müssen sie mit Motoren dafür ausgerüstet sein.

Vertreter der internationalen Industrie debattieren von Mittwoch bis Freitag (9. bis 11.9.) bei der Fachmesse und dem Kongress Seatrade Europe in Hamburg über Reisetrends und Schiffsausstattung, Hafenlogistik und Umweltthemen. Bei der Messe präsentieren rund 250 Aussteller aus mehr als 50 Ländern ihre Produkte und Dienstleistungen zur Kreuz- und Flusskreuzschifffahrt. Vertreten sind Reedereien, Werften, Schiffsausrüster, Lebensmittellieferanten, Tourismusorganisation, Häfen und Reiseveranstalter.

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