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Vorsicht: Nicht jeder Küchenhelfer mag es heiß

Verbraucherzentralen warnen Vorsicht: Nicht jeder Küchenhelfer mag es heiß

Der aktuelle Markt-Check der Verbraucherzentralen offenbart Mängel bei den Temperaturangaben vieler Geräte, die in Küchen zum Einsatz kommen. Einige Helfer sollten überprüft werden.

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Gudrun Köster von der Verbraucherzentrale in Kiel kritisiert die unzureichende Kennzeichnung von Utensilien aus Kunststoff.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Backformen aus Silikon, Pfannenwender und Mikrowellenbehälter aus Kunststoff, Geschirr aus Melamin – in vielen Küchen sind diese Utensilien zu finden. Doch oft ist ihr Einsatz nur bis zu einer bestimmten Temperatur ohne Risiko. Wie man das erfährt? Allzu oft gar nicht oder unzureichend, zeigt der aktuelle Marktcheck der Verbraucherzentralen.

 Bundesweit wurden 78 verschiedene Produkte, die im Küchenalltag großer Hitze ausgesetzt werden, unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: „Keines der untersuchten Produkte hat unsere Anforderungen an Vollständigkeit, Lesbarkeit, Verständlichkeit und Dauerhaftigkeit der Kennzeichnung erfüllt“, erklärt Gudrun Köster von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. „Die gesetzlich geforderten Angaben werden offenbar von den Herstellern großzügig zu ihren Gunsten ausgelegt, das ist nicht akzeptabel.“

 Zum Beispiel Geschirr aus Melamin. Oft werden solche Gefäße in die Mikrowelle gestellt, um Speisen oder Getränke zu erhitzen. Melamin darf aber nur bis maximal 70°C erwärmt werden, sonst können Schadstoffe aus dem Produkt auf das Lebensmittel übergehen. Doch bei dem überprüften Kindergeschirr aus Melamin fehlte bei fast der Hälfte der Produkte dieser wichtige Temperaturhinweis. Bei 50 Prozent der Melaminprodukte war der Hinweis „nicht geeignet für die Mikrowelle“ nicht dauerhaft vorhanden.

 Ein grundsätzliches Problem bei Mikrowellengeschirr, das meist aus Polypropylen besteht: Die Temperaturgrenze differiert stark – mal sind es maximal 80, mal 140 Grad. Und: „Bei Mikrowellen muss man aber die Wattzahl einstellen. Die Gradangabe nutzt gar nichts und erhöht das Risiko einer Überhitzung“, sagt Köster. Aus Gesundheitsgründen müsse auch die Wattzahl angegeben werden.

 Die Verbraucherzentrale in Kiel war bei dem Check für die Pfannenwender zuständig, also besonders häufig genutzte Küchenhelfer. Die Tester fanden zwar häufiger einen kleinen Hinweis auf der Verpackung, dass der Wender nur bis zu einer bestimmten Temperatur oder maximal 40 Sekunden in sprudelndem Fett eingesetzt werden darf, doch für Köster reicht das nicht: „Aus der Beratung weiß ich, dass die Angabe oft übersehen wird. Und andere Personen, die den Wender auch benutzen, sehen sie gar nicht.“ Deshalb müsse die Temperaturangabe in derlei Küchenutensilien sichtbar eingestanzt sein.

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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