21 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Verdi weitet Poststreik aus

Demonstration in Kiel Verdi weitet Poststreik aus

Verdi erhöht im Tarifstreit den Druck auf die Post: Inzwischen streiken 3500 Mitarbeiter in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern — bundesweit sind es mehr als 20 000. In Kiel demonstrierten Hunderte Postmitarbeiter.

Voriger Artikel
Bündnis für Lüneburger Schleusen-Neubau macht Druck
Nächster Artikel
Coop will mit Eigenmarken wachsen

An einer Demonstration in Kiel nahmen nach Angaben von Verdi rund 800 Post-Mitarbeiter teil, die Polizei sprach von 500 Demonstranten.

Quelle: Carsten Rehder/dpa

Kiel. Die Gewerkschaft Verdi hat den bundesweiten Poststreik am Donnerstag auch in Norddeutschland ausgeweitet. An dem unbefristeten Arbeitskampf beteiligen sich jetzt weitere Standorte der Brief- und Paketzustellung in Hamburg, Schleswig-Holstein, und Mecklenburg-Vorpommern. Auch das Kieler Postcallcenter wird bestreikt. Damit sei die Zahl der Streikenden in den drei norddeutschen Ländern auf 3500 gestiegen. An einer Demonstration in Kiel nahmen nach Angaben von Verdi rund 800 Post-Mitarbeiter teil, die Polizei sprach von 500 Demonstranten.

Lars-Uwe Rieck von Verdi sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass die Post inzwischen Hallen anmiete und Zelte etwa in der Großannahmestelle Brief in Kiel-Wellsee aufgebaut habe, um noch nicht zugestellte Sendungen dort zu lagern. Eine Sprecherin der Post in Hamburg wollte sich am Donnerstag dazu nicht äußern und auch nicht zum Umfang der Sendungen, die nicht zugestellt werden konnten.

Am Streik beteiligen sich laut Verdi bundesweit inzwischen mehr als 20 000 Mitarbeiter von rund 140 000 Tarifkräften. Im Mittelpunkt der Proteste stand am Donnerstag in Bonn eine Kundgebung mit Verdi-Chef Frank Bsirske.

Hauptstreitpunkt im Tarifkonflikt ist die Ausgründung von 49 regionalen Paketgesellschaften. Verdi will erreichen, dass deren mehr als 6000 Boten nicht nach den niedrigeren Tarifen der Logistikbranche bezahlt werden, sondern wieder nach dem Haustarif der Post. Rieck sagte, dass die niedrigeren Tarife Lohneinbußen von rund 30 Prozent im Jahr ausmachten, weil Urlaubs- und Weihnachtsgeld wegfielen. Langjährig Beschäftigte hätten sogar noch höhere Verluste, da es weniger Anhebungsstufen nach der Zahl der Dienstjahre gestaffelt gebe. Rieck äußerte die Befürchtung, die Post könnte Ausgründungen in anderen Geschäftsbereichen in Zukunft ebenfalls ins Auge fassen.

Als vorläufiger Höhepunkt der Streikkundgebungen im Norden ist am Freitag eine Demonstration in Hamburg geplant. Verdi erwartet mehr als 1000 Streikende, die von Hamburg-Altona nach Winterhude zur Hamburger CDU-Zentrale ziehen sollen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Veranstaltung in...

Aktuelle
Veranstaltungen
und Tagestipps!

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
Mehr aus Nachrichten: Wirtschaft 2/3