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Verdi verzichtet vorerst auf Streiks

Busfahrer Verdi verzichtet vorerst auf Streiks

Neue Wendung im Tarifkonflikt des privaten Omnibusgewerbes in Schleswig-Holstein: Obwohl sich die Fahrer nach Angaben der Gewerkschaft Verdi bei der Urabstimmung mit „überwältigender Mehrheit“ für unbefristete Streiks ausgesprochen hat, setzt die Gewerkschaft erneut auf eine Lösung am Verhandlungstisch.

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Im Tarifkonflikt des privaten Omnibusgewerbes in Schleswig-Holstein haben sich die Fahrer nach Angaben der Gewerkschaft Verdi klar für unbefristete Streiks ausgesprochen.

Quelle: dpa/ Archiv

Kiel. Bis zum 18. November soll gemeinsam mit den im Omnibusverband Nord (OVN) organisierten Arbeitgebern über einen tragfähigen Abschluss gesprochen werden. „Wir sind uns unserer Verantwortung gegenüber den Fahrgästen sehr wohl bewusst“, sagte Verdi-Sprecher Frank Schischefsky. Wenn es aber in den kommenden Tagen zu keinem Ergebnis komme, „dann ist ein unbefristeter Streik nicht mehr abzuwenden“.

Nach Informationen dieser Zeitung wäre für die Gewerkschaft auch ein Auslaufen des OVN-Tarifvertrages denkbar; dieser könnte dann beispielsweise vom für Arbeitgeber teureren Tarifvertrag Nahverkehr abgelöst werden. OVN-Geschäftsführer Joachim Schack war von der Verdi-Entscheidung überrascht: „Jetzt bin ich gespannt, wie das neue Angebot nach dem von uns nicht gewollten Abbruch der Verhandlungen ausfällt.“ Statt der bisher vorgetragenen „maßlosen Forderungen“ müsste gemeinsam über eine normale Lohnrunde verhandelt werden. Es sei aber aber auf jeden Fall zu begrüßen, dass Verdi wieder gesprächsbereit sei.

Nach Ablauf der neuen Frist soll die Verdi-Tarifkommission über das weitere Vorgehen beraten. Bereits am 5. November wird die Kommission das detaillierte Ergebnis der Urabstimmung analysieren. „Mit diesem mehr als starken Ergebnis sollte auch dem letzten Zweifler unter den Arbeitgebern klar sein, dass alle gestreuten Gerüchte über eine bröckelnde Streikfront und andere Spekulationen schlicht erfunden waren“, sagte Schischefsky. Die Busfahrer hatten Anfang des Monats und im September bereits mit Warnstreiks ihre Forderung nach mehr Geld untermauert.

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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