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Wer möchte die HSH Nordbank kaufen?

Verkaufsprozess Wer möchte die HSH Nordbank kaufen?

Scheinbar ruhig ist es um die HSH Nordbank geworden, von der sich die Eigentümer Schleswig-Holstein und Hamburg nach einer Vereinbarung mit der EU bereits in gut neun Monaten verabschiedet haben müssen. Doch das täuscht. Hinter den Kulissen läuft der Verkaufsprozess auf Hochtouren.

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Hinter den Kulissen der HSH Nordbank läuft der Verkaufsprozess auf Hochtouren.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. Nachdem Interessenten bis Ende März unverbindliche Kaufangebote abgeben konnten, befindet man sich nun in Phase zwei des Privatisierungsverfahrens, von dessen Ausgang nicht nur die Zukunft des einst weltgrößten Schiffsfinanzierers und seiner mehr als 2000 Mitarbeiter abhängt, sondern auch die Verfassung zweier Landeshaushalte.

Alle Beteiligten sind zu strikter Verschwiegenheit verpflichtet. Und so hütet sich auch Schleswig-Holsteins Finanzstaatssekretär Philipp Nimmermann davor, sich zur Anzahl der Interessenten zu äußern oder gar Namen zu kommentieren. Nur so viel will der Grüne sagen: „Der Prozess läuft wie geplant. Was die HSH angeht, bin ich so ruhig wie lange nicht mehr.“

Zählt man die Namen auf, über die bislang spekuliert wird, kommt man auf sechs potenzielle Käufer: die chinesischen Versicherungskonzerne ICBC und Anbang, den ebenfalls chinesischen Mischkonzern HNA, die US-amerikanischen Finanzinvestoren Apollo und Cerberus sowie die Nord LB mit Sitz in Hannover. ICBC gilt nach Angaben von Brancheninsidern als wenig chancenreich, und die Nord LB hat nach Übernahme der Bremer Landesbank massiv mit eigenen Problemen zu tun und zuletzt mitgeteilt, kein Angebot abgegeben zu haben. Doch das muss nicht heißen, dass eine Lösung innerhalb der öffentlich-rechtlichen Bankenlandschaft außer Reichweite ist. Denn alle Investoren, die Angebote abgegeben haben und die Bank derzeit intensiv durchleuchten, können nach einem möglichen Erwerb der Länderanteile Partner mit ins Boot nehmen, Konsortien schmieden und auch Teile der Bank weiterverkaufen.

Vieles spricht dafür, dass chinesische Investoren beim Verkauf eine große Rolle spielen. Sie wittern eine Riesenchance auf dem wichtigsten Bankenmarkt der EU. In diese Richtung hatte sich auch HSH-Chef Stefan Ermisch zuletzt in einem Interview mit den Kieler Nachrichten geäußert: „Chinesische Investoren gehen strategisch vor, mit langer Perspektive und klaren Ambitionen.“ Ermischs Eindruck von den Präsentationen in der Volksrepublik: „Das Interesse ist groß.“

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Ein Artikel von
Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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