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Viel Platz für Henry Kruse in Neumünster

Neuer Firmensitz Viel Platz für Henry Kruse in Neumünster

Neuer Firmensitz an der Autobahn 7: Großhändler Henry Kruse hat ein 65000 Quadratmeter großes Areal in Neumünster bezogen. „Die Entscheidung, Kiel nach 80 Jahren zu verlassen, ist uns definitiv nicht leicht gefallen“, sagt Geschäftsführer Kai Kruse.

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Im neuen dynamischen Lager von Henry Kruse gibt es keine festen Plätze mehr für einzelne Produkte, sondern die Waren werden dort eingelagert, wo gerade Platz ist. Geschäftsführer Kai Kruse (li.) und Niederlassungsleiter Jan Stübinger wollen so die Kapazitäten der 19000 Quadratmeter Lagerfläche optimal ausnutzen.

Quelle: Michael Kaniecki

Neumünster. Der Konferenzraum heißt „Kiel“ und in der Tischmitte steht ein Wimpel mit dem Wappen der Landeshauptstadt. Das ist schon ein wenig ungewöhnlich, zumal der Großhändler Henry Kruse ja gar kein Kieler Unternehmen mehr ist. Doch natürlich ist da auch eine Portion Wehmut im Spiel. Kai Kruse (44) nippt an seinem Kaffee und sagt: „Die Entscheidung, Kiel nach 80 Jahren zu verlassen, ist uns definitiv nicht leicht gefallen.“ Doch sofort schiebt der Geschäftsführer und Eigentümer in dritter Generation hinterher: „Es gab zu diesem Umzug keine Alternative. Kiel hatte keine Fläche, die für uns groß genug gewesen wäre.“

 Von Zahnstocher und Toilettenpapier bis zum 1000-Liter-Fass mit Reinigungsmittel: Landesweit versorgt Henry Kruse rund 5000 Kunden mit allem, was Unternehmen in Sachen Hygiene, Sauberkeit, Arbeitsschutz und Verpackungen so benötigen. Bei Kruse ordern Bäckereien, Kliniken, Seniorenheime, Hotels und Restaurants, Gebäudereiniger und Industriebetriebe. Anfang Oktober begann für das Familienunternehmen die neue Ära: Nach anderthalb Jahren Bauzeit hat Kruse mit rund 170 Mitarbeitern und 25 Lkw die neue Firmenzentrale bezogen, als erster Investor im Gewerbegebiet Eichhof, direkt an der Autobahn-Abfahrt Neumünster Nord.

 Der XXL-Umzug über drei Tage mit mehr als 10000 Paletten war monatelang akribisch vorbereitet worden, um das operative Geschäft möglichst wenig zu stören. Bereits seit Mitte Juli waren Mitarbeiter am neuen Standort damit beschäftigt, Abläufe und Prozesse zu testen, vor allem die Software für die neu eingeführte „chaotisch-dynamische“ Lagerhaltung, bei der es anders als am alten Standort Kiel-Wellsee für die Zigtausend verfügbaren Produkte keine festen, sondern nun variable Lagerplätze gibt: „So können wir effizienter arbeiten, weil wir den Platz optimal ausnutzen“, sagt Jan Stübinger (38), Niederlassungsleiter in Neumünster.

 Dabei scheint Platz reichlich vorhanden: Auf dem insgesamt 65000 Quadratmeter großen Areal gibt es neben 19000 Quadratmetern Lagerfläche und einem großzügigem Verwaltungstrakt auch Schulungs- und Seminarräume für insgesamt 140 Personen. Zum Vergleich: In Kiel-Wellsee hatte das Unternehmen 9000 Quadratmeter Lagerfläche zur Verfügung.

 Nicht alle Mitarbeiter, räumt Jan Stübinger ein, seien bei dieser Verlagerung begeistert mitgezogen. Doch weil das Vorhaben bereits seit vier Jahren bekannt war, habe es reichlich Zeit gegeben, sich gegebenenfalls neu zu orientieren.

 Insgesamt rund 20 Millionen Euro hat sich Henry Kruse, Teil der „Igefa“, eines bundesweiten Zusammenschluss von Familienunternehmen, den neuen Standort kosten lassen. Natürlich war es vor allem die Lage, die den Firmenchef hierher lockte. Noch sorgt die A7-Baustelle direkt vor der Haustür zwar für manche Unannehmlichkeit. Kruses Blick fällt vom Konferenzraum „Kiel“ auf den nur wenige hundert Meter entfernt vorbeirollenden Autobahnverkehr: „Aber für uns ist ja das Schlimmste bald vorbei.“

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Ein Artikel von
Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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