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Viele Leserfragen bei KN-Telefonaktion

Sanierung Viele Leserfragen bei KN-Telefonaktion

Energetische Eigenheimsanierung – aber wie? Viele Leser wollten bei unserer KN-Telefonaktion von Stefan Röhling (Verband der Privaten Bausparkassen) und Florian Schmölz (Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein) wissen, wann sich welche Maßnahmen für ihre Immobilie anbieten.

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Am KN-Lesertelefon: Florian Schmölz (li.) von der Verbraucherzentrale und Stefan Röhling, Finanzierungsexperte vom Verband der Privaten Bausparkassen.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

KIEL. Frage: Ich möchte die Fenster erneuern, Dach und Außenwände dämmen. Muss ich nach den Richtlinien der KfW sanieren?

Ja, das sollten Sie tun. Es geht um Werterhaltung und vor allem Wertsteigerung des Hauses. Die energetischen Mindeststandards sind in der Energieeinsparverordnung festgelegt; daran müssen sich alle Gewerke halten. Um eine KfW-Förderung zu bekommen, sind weitergehende Anforderungen zu erfüllen, die zukunftsorientierter gestaltet sind. Abgesehen davon, verbessert sich das Wohnklima enorm – zum Beispiel, indem der Luftaustausch automatisch gesteuert werden kann.

Gibt es Fördermittel für die energetische Sanierung vom Land Schleswig-Holstein?

Erkundigen Sie sich darüber bei der Investitionsbank Schleswig-Holstein. Es gibt zudem regional begrenzte Zuschussprojekte, zum Beispiel in Kiel-Elmschenhagen. Sie können sich auch an freie Energieberater unter www.energie-effizienz-experten.de oder an die der Verbraucherzentrale wenden, die sich in der Region auskennen.

Wir haben eine Umwälzpumpe bekommen, die 600 Euro inklusive Montage gekostet hat. Wir wollen dadurch Energiekosten sparen – aber für so viel Geld?

500 bis 600 Euro – installiert durch eine Fachfirma – ist dafür der übliche Preis. Diese Investition amortisiert sich in maximal zwei Jahren.

Was genau macht ein Energieberater?

Er macht eine energetische Analyse des Wohnhauses und kann Ihnen Vorschläge unterbreiten für Maßnahmen zur Energieoptimierung. Je weniger Energie verbraucht wird, desto kostengünstiger ist das Wohnen und desto werthaltiger ist die Immobilie.

Welche Fördermittel gibt es für das energetische Sanieren?

Es gibt bei der bundeseigenen Förderbank KfW zinsgünstige Darlehen einerseits und Zuschüsse andererseits – je nach Maßnahme. Die Darlehen beantragt man bei einer Bank oder Bausparkasse; den Zuschuss beantragen Sie direkt bei der KfW.

Warum sollte ich energetisch sanieren – die Energiepreise sind doch im Keller?

Im Moment noch, aber das wird sich ändern. Ein energieeffizientes Haus ist wesentlich wertvoller. Bei Verkauf des Hauses brauchen Sie einen Energieausweis, in dem steht, wie energieeffizient die Immobilie ist. Deshalb könnten Sie Geld, für das Sie im Moment ohnehin keine Zinsen bekommen, in eine Sanierung investieren.

Unser Bausparvertrag ist zuteilungsreif, aber die Summe reicht für die Sanierung nicht aus. Kann ich Fördermittel der KfW dazunehmen?

Ja. Kombinationen aus KfW-Programmen, Bausparverträgen und Hausbankkrediten sind möglich. Sprechen Sie mit Ihrem Bausparberater. Er kümmert sich in der Regel um das Gesamtpaket.

Ich habe vor kurzem eine neue Heizung einbauen lassen. Bekomme ich Fördermittel?

Wer Fördermittel nutzen möchte, muss unbedingt die Fristen einhalten. Kreditanträge müssen vor Beginn des Vorhabens gestellt werden. Im Nachhinein können Sie kein Geld mehr bekommen.

Muss ich einen Sachverständigen bestellen, wenn ich KfW-Geld erhalten möchte?

Ja, Sie müssen einen zertifizierten Energie-Berater hinzuziehen.

Wir wollen den KfW-Kredit „Energieeffizient sanieren“ in Anspruch nehmen. Wie können wir den Kredit bekommen?

KfW-Darlehen können Sie über Ihre Hausbank oder Bausparkasse beantragen. In diesem Fall sind Hausbank und Bausparkasse die so genannten durchleitenden Kreditinstitute.

Wir brauchen zur Sanierung unseres Hauses 20000 Euro. Kann uns auch die Bausparkasse helfen?

Ja, Sie können ein Vorausdarlehen von der Bausparkasse bekommen. Das Geld erhalten Sie sofort. Parallel schließen Sie einen Bausparvertrag ab. Bis zu einer Kreditsumme von 30000 Euro können Sie unter Umständen sogar ein Blankodarlehen erhalten – das heißt, die Bausparkasse kann auf einen Grundbucheintrag verzichten. Das spart Kosten.

Wir haben einen mit 30000 Euro angesparten Bausparvertrag. Wird das Guthaben als Sicherheit für ein KfW-Darlehen akzeptiert?

Ja, überdies können Sie den Bausparvertrag zur späteren Ablösung des KfW-Darlehens nutzen.

Unser Haus wurde in den 1950er-Jahren gebaut, hat keinen Keller, nur eine Betonbodenplatte, und ist deshalb sehr fußkalt. Was kann ich machen?

Sie können den Sockeln von außen dämmen, weil gerade dort häufig Wärme entweicht. Sollten Sie einen Schwingboden haben, können Sie eine Schüttdämmung aus Glasschaum-Granulat einbringen.

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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