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Volksbank Kiel Bilanz Fachberatung soll jetzt kosten

Infolge der Niedrigzinspolitik der EZB will auch die Kieler Volksbank ihre Geschäftsmodelle auf den Prüfstand stellen: „Wir können unserer Angebote nicht mehr quersubventionieren“, sagte Bernd Schmidt, Vorstandsmitglied der Kieler Volksbank, am Freitag bei der Vorstellung der Jahresbilanz 2015 in Kiel.

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„Unser Pfund ist das Vertrauen der Kunden“: Caroline Toffel und Bernd Schmidt, Vorstandsmitglieder der Kieler Volksbank, sehen das Geldinstitut auf stabilem Kurs.

Quelle: Jan von Schmidt-Phiseldeck

Kiel. So müsste künftig zum Beispiel für eine Beratungsleistung gezahlt werden, „damit wir im Kerngeschäft auch weiterhin ertragreich sind“, sagte Schmidt. Um Kostendisziplin einzuhalten, würde die ganze Produktpalette erneut bewertet und angepasst.

Ergebnis stimmt Vorstand zufrieden

Mit dem 2015 erzielten Ergebnis sind Schmidt und seine Vorstandskollegin Caroline Toffel dennoch zufrieden: „Wir haben trotz widriger Umstände mit 210 Millionen Euro Neugeschäft das beste Ergebnis in der 118-jährigen Geschichte des Geldinstituts hingelegt“, sagte Toffel. Speziell die Fortbildung der etwa 280 Mitarbeiter und Auszubildenden trage Früchte: „Durch unsere weiter gestiegene Beratungsqualität und den Ausbau der digitalen Vertriebskanäle haben wir unsere Position auf dem Markt ausbauen können“, sagte Toffel. Auch die Zahl der Genossenschaftsmitglieder konnte 2015 um 1480 auf nunmehr 25600 gesteigert werden, denen aus dem Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit mit 6,6 Millionen Euro (Vorjahr: 7,9 Mio.) „eine angemessene Dividende“ gezahlt werden soll, sagte Schmidt.

Das von der Volksbank betreute Geschäftsvolumen stieg um 3,6 Prozent auf 2,15 Milliarden Euro, die Einlagen der insgesamt 58000 Kunden kletterten um 3,7 Prozent auf 1,14 Milliarden Euro. Ob die Zahl der 14 Standorte, die teilweise wie in Preetz oder in der Holtenauer Straße komplett modernisiert wurden, auch künftig Bestand haben werden, ließen die Vorstände offen: „Wir messen die Kundenfrequenz und prüfen ständig, wie sich welcher Standort rechnet. Aktuell halten wir an allen Filialen fest.“ Negativzinsen für geparkte Einlagen von Privat- und Firmenkunden, die teilweise aufgrund der EZB-Geldpolitik von einigen Bankhäusern genommen werden, „wollen wir so lange wie möglich nicht erheben“, betonte Schmidt. Die Kieler Volksbank müsse aber betriebswirtschaftlich agieren: „Wir tragen die Verantwortung für das Ergebnis und unsere Mitarbeiter.“

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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