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Volle Docks bei Kieler Werften

Fregatten und U-Boote Volle Docks bei Kieler Werften

Der Neubau für Algerien startet in die Erprobungsphase, außerdem soll der Stützpunkt in Oran erweitert werden. In Kiel wird in den Werften derzeit an vielen Aufträgen gearbeitet.

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Fregatten, U-Boote und eine Megajacht bestimmen das Bild an Docks und Kaianlagen der Werften auf dem Kieler Ostufer.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Geschäftige Zeiten für ThyssenKrupp Marine Systems: Alle Docks und Liegeplätze der Werft sind derzeit besetzt. Sechs U-Boote, zwei Fregatten, ein Schleusentor, zwei Offshore-Plattformen, eine Megajacht und ein Flusskreuzfahrer sind derzeit in Arbeit. Dabei geht es um die Neubauten für Algerien und etliche U-Boote. Im Großen Baudock der Nachbarwerft German Naval Yards befindet sich außerdem die Megajacht „White Pearl“. Der spektakulärste Neubau ist derzeit jedoch die Fregatte „910“ für Algerien. Das Schiff hat jetzt Dock 5 verlassen und bereits am vergangenen Sonnabend eine erste Probefahrt im Kieler Hafen absolviert.

 Die Dockkapazitäten sind in Kiel damit an die Grenzen gestoßen. Erstmals musste die Reparatur beschädigter Schleusentore sogar abgelehnt werden. Da der Bund am Nord-Ostsee-Kanal immer noch kein eigenes Trockendock für Reparaturen oder Inspektionen der zwölf Schleusentore hat, musste nach der Absage aus Kiel daher ein Schleusentor nach Hamburg geschleppt werden.

 Die Werft ThyssenKrupp Marine Systems ist im U-Bootbau voll ausgelastet. Vor wenigen Tagen konnten zwei U-Boote für Kolumbien zu Wasser gelassen werden. Das U-Boot „Rahav“ soll in diesem Jahr noch an Israel ausgeliefert werden. Im Juli wurde das U-Boot „Arpao“ an Portugal nach monatelanger Überholung zurückgeliefert. Aber nicht nur bei den U-Booten ist die Auslastung gut. Auch der Überwasserschiffbau der benachbarten German Naval Yards läuft auf Hochtouren. Im Baudock 7 ist gerade der Rumpf der zweiten Fregatte für Algerien montiert worden. Im Anschluss sollen dort vier Korvetten für Israel gebaut werden. An der Ausrüstungspier wird das Typschiff der Fregattenklasse Meko A200 für Algerien auf die Auslieferung vorbereitet. Diese Serie von Schiffen wurde bereits an Südafrika geliefert.

 Algerien bekommt jetzt eine Weiterentwicklung, die noch schwerer bewaffnet ist: Auf dem Bug der Fregatte „910“ wurde ein Mehrzweckgeschütz der italienischen Firma Oto Melara montiert. Dabei handelt es sich um ein 22 Tonnen schweres Geschütz des Typs 127/64LW. Dieses ist auch für die ab 2017 in Fahrt kommenden Fregatten der Klasse 125 der Deutschen Marine vorgesehen. Hauptbewaffnung sind 16 Flugkörper des Typs RBS15Mk3 der Rüstungsfirmen Saab und Diehl Defence (Deutschland) und 32 Luftziel-Flugkörper des südafrikanischen Typs „Umkhonto-IR“. Die Meko A200 Fregatte verfügt über ein Antriebssystem, das aus einer Verstell-Propelleranlage und einem Wasserstrahlantrieb für hohe Geschwindigkeiten besteht. Es gilt als besonders fortschrittlich. Den Bau der Rümpfe hat TKMS der Nachbarwerft German Naval Yards übertragen. Das Auftragsvolumen aus Algerien soll bei rund zwei Milliarden Euro liegen und umfasst auch den Aufbau einer Werft in Oran sowie das Training der Besatzungen.

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Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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