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Bauernverband fordert weniger Bürokratie

Vorschriftendschungel Bauernverband fordert weniger Bürokratie

Der schleswig-holsteinische Bauernverband klagt über zu viel Bürokratie. Verbandspräsident Werner Schwarz forderte am Donnerstag, dass für jede neue Regelung eine bestehende gestrichen werden sollte.

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Werner Schwarz, Präsident des Landesbauernverbandes, klagt über zu viel Bürokratie.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Der Stapel an Vorschriften ist eindrucksvoll: Etwa auf 1,20 Meter stapelten sich am Donnerstag in der Landespressekonferenz die Zettel mit Vorgaben zur Tierhaltung, Pflanzenschutzmitteln oder Ackerbau von Land, Bund und der EU. Allein vom Landwirtschaftsministerium in Kiel kämen rund 6200 Rechtsvorschriften und mehr als 300 Erlasse mit Bezug zur Landwirtschaft.

"Die Bürokratie ist eine Sache, die uns Landwirten zunehmend Ärger macht", sagte Werner Schwarz, Präsident des Landesbauernverbandes. Zusätzlich zur ohnehin schwierigen Lage der Bauern durch die Preiskrise, belaste der "Wust an Verordnungen" die Landwirte zeitlich und verursache Kosten. Im Schnitt verbringe ein Landwirt drei Stunden pro Woche am Schreibtisch. Wenn aktuelle Fristen - wie Anfang dieser Woche die Abgabe der Anträge für Ausgleichszahlungen der EU - hinzukämen, sei der Arbeitsaufwand deutlich höher. Das sei nicht mehr tragbar.

Für jede neue Regelung müsse deshalb eine bestehende gestrichen werden, verlangte Schwarz. Es gebe einige überflüssige Vorschriften oder gar doppelt geregelte Dinge, die abgebaut werden könnten. Zudem kritisierte Schwarz, dass einige Erlasse vom Land nicht veröffentlicht würden, so dass die Bauern gar nicht wüssten, was diese genau für Auflagen beinhalteten.

Um den Landwirten den Überblick über die zahlreichen Fristen im Laufe des Jahres zu erleichtern, plant der Bauernverband ein Computerprogramm und später eine App für Smartphones herauszugeben, die die Bauern auf die anstehenden bürokratischen Aufgaben hinweist.

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Ein Artikel von
Anne Holbach
Wirtschaftsredaktion

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