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Warnstreik: Lange Schlangen und Verspätungen am Hamburger Flughafen

Streiks Warnstreik: Lange Schlangen und Verspätungen am Hamburger Flughafen

Ein Warnstreik des privaten Sicherheitspersonals hat am Dienstagmorgen für riesige Warteschlangen und Verspätungen am Hamburger Flughafen gesorgt. Der unangekündigte Warnstreik habe um kurz vor 6.00 Uhr begonnen und sei gegen 8.00 Uhr beendet worden, berichtete eine Flughafensprecherin.

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Sicherheitskräfte haben an fünf Flughäfen gestreikt.

Quelle: A. Warmuth/Archiv

Hamburg/Frankfurt/Main. Die Bundespolizei habe nur noch den Betrieb an 3 von 21 Kontrollstellen aufrechterhalten können. Viele Passagiere hätten ihren Flug verpasst und müssten umgebucht werden. Wie viele Passagiere betroffen waren, konnte die Sprecherin zunächst nicht sagen. "Die Warteschlange windet sich durch das gesamte Terminal wie eine Schnecke."

"Alle Leute verpassen ihren Flieger, hier ist echt Chaos", berichtete eine Passagierin, die am Morgen auf ihren Flug nach Düsseldorf wartete.

Neben Hamburg gab es an fünf weiteren deutschen Flughäfen Behinderungen durch Warnstreiks des privaten Sicherheitspersonals. Die Gewerkschaft Verdi hatte nach eigenen Angaben rund 500 Luftsicherheitsassistenten an den Zugangskontrollen zu Warnstreiks aufgerufen. Der Ausstand an den Flughäfen in Frankfurt, Düsseldorf, Hamburg, Bremen und Hannover sei zunächst auf zwei Stunden begrenzt worden, erklärte Verdi-Verhandlungsführer Andreas Sander. Damit sollten die Auswirkungen auf die Passagiere möglichst gering gehalten werden, so die Gewerkschaft.

Es gehe um die Arbeitsbedingungen von rund 12 000 Beschäftigten bundesweit, die teils von ihren Arbeitgebern in unsichere Beschäftigungsverhältnisse gezwungen würden. "Der Ausdehnung befristeter Arbeitsverhältnisse muss endlich ein Riegel vorgeschoben werden", verlangte Sander. Verdi befindet sich in langwierigen Tarifverhandlungen mit dem Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDWS). Aktuell stecke man in der zehnten Runde.

Ein weiteres Problem sei Teilzeitarbeit gegen den Willen der Beschäftigten, erklärte der Verdi-Vertreter. So seien in Düsseldorf bereits um die 70 Prozent der Fluggastkontrolleure nur zeitweise an den Gates aktiv. In einem anderen Sicherheitsbereich seien Zwölf-Stunden-Schichten vorgesehen, die auf acht Stunden reduziert werden müssten. Kurzfristige Anforderungen durch die Bundespolizei verhinderten zudem eine vernünftige Schichtplanung und erschwerten es, Familie und Beruf zu vereinen, klagte die Gewerkschaft.

Nicht alle Kontrolleure fallen unter den umstrittenen Tarifvertrag. So besteht für große Teile des Frankfurter Flughafens (Terminal 1) noch ein Haustarifvertrag bei einer Tochter der Fraport. In München sind die Personenkontrolleure im öffentlichen Dienst.

dpa

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