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Verdi droht mit Streik im ganzen Land

Warnstreik der Kita-Mitarbeiter Verdi droht mit Streik im ganzen Land

Die Streikwelle rollt durch die Kitas im Land: Hunderte Erzieherinnen legten am Mittwoch in Schleswig-Holstein die Arbeit nieder. Für nächste Woche ist ein noch größerer Warnstreik geplant. Eine Einigung bei den Tarifverhandlungen zwischen kommunalen Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften ist nicht in Sicht. Die Fronten sind verhärtet.

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Viele Kita-Kinder und ihre Eltern standen am Mittwoch vor verschlossenen Türen.

Quelle: dpa

Kiel. „Ich erwarte nichts“, sagte Verdi-Sprecher Karl-Heinz Pliete mit Blick auf die bundesweite Verhandlungsrunde zwischen Gewerkschaften und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) am heutigen Donnerstag in Düsseldorf. Sollten die Arbeitgeber erneut kein Angebot vorlegen, drohe am 16. April auch in Schleswig-Holstein ein flächendeckender Kita-Streik. Auch unbefristete Arbeitsniederlegungen seien nicht mehr ausgeschlossen. „Das ist der einzige Weg, um richtig Druck zu machen“, sagte GEW-Gewerkschaftssekretär Philipp Westphal. Bei Verdi geht man inzwischen davon aus, „dass die Auseinandersetzung in Tiefe und Härte 2009 übersteigen könnte“. Damals befanden sich die Erzieherinnen über 13 Wochen im Ausstand. Gestern blieben zahlreiche Kitas in Eckernförde, Flensburg, Pinneberg und Steinburg erneut geschlossen.

 Harsche Kritik kommt von den Arbeitgebern. „Die Gewerkschaften sollten ihre Energie in die Verhandlungen stecken und nicht in Warnstreiks“, sagte VKA-Hauptgeschäftsführer Manfred Hoffmann. Sie hätten bislang mehr gestreikt als verhandelt. Das stehe in keinem Verhältnis. „Die Verhandlungsbereitschaft ist da“, sagte Wilfried Kley, Chef des Kommunalen Arbeitgeberverbandes (KAV). Jetzt sei es an den Gewerkschaften, „die Mitgliederwerbung auf dem Rücken von Eltern und Kindern zu beenden“.

 Verdi und die Bildungsgewerkschaft GEW fordern eine bessere Eingruppierung von bundesweit rund 240000 Kinderpflegern, Erziehern und Sozialarbeitern in kommunalen Einrichtungen. In Schleswig-Holstein sind 16800 Beschäftigte betroffen. Sie sollen in den Gehaltstabellen drei bis vier Stufen nach oben rücken. Damit würde sich beispielsweise das Einstiegsgehalt für eine Erzieherin von 2366 Euro auf 2589 Euro erhöhen. Die genauen Gehaltssprünge sind vom Einzelfall abhängig: Die Gewerkschaften sprechen von durchschnittlich zehn Prozent, die VKA von bis zu 20 Prozent. Sie hat pauschale Erhöhungen in den ersten beiden Verhandlungsrunden zurückgewiesen. Einig sind sich beide Seiten grundsätzlich jedoch darin, dass die Anforderungen an Kita-Erzieher in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen sind. Immer mehr Aufgaben in der Verwaltung und individuellen Betreuung müssten übernommen werden. Dazu kämen neue Herausforderungen bei Integration und Inklusion.

 „Große Kompetenz, große Verantwortung für unsere Kinder, aber kleines Gehalt. Das darf so nicht weitergehen“, sagte der GEW-Landesschef Matthias Heidn. Bundesweit legten gestern Tausende Kita-Erzieherinnen die Arbeit nieder.

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Ein Artikel von
Patrick Tiede
Redaktion Lokales Kiel/SH - Landeshaus-Korrespondent

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