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Pippi Langstrumpf als Leitfigur

Weltfrauentag Pippi Langstrumpf als Leitfigur

Einmal im Jahr werden die Rufe nach Gleichstellung in der Wirtschaft immer besonders laut: zum Weltfrauentag. Trotz Quote haben Frauen am Arbeitsmarkt nach wie vor weniger Chancen aufzusteigen als Männer. Ein Weg auf den Chefsessel ist es, sich einfach selbstständig zu machen.

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Seit 15 Jahren selbstständig: Birgit Prange.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel.  „Wenn ich als Kind gefragt wurde, was ich mal werden will, dann habe ich Chefin gesagt“, sagt Birgit Prange. Die 49-Jährige ist heute ihr eigener Chef, berät mit ihrer Kieler Firma incito consult Frauen in Finanzangelegenheiten. Sie nennt sich eine „zielstrebige Vollblut-Unternehmerin“. Blazer, pinkfarbener Schal, Perlenohrringe – obwohl es ihr kein Dresscode vorschreibt, trägt die Blondine mit Kurzhaarschnitt im Büro Business-Kleidung. „Vom Gefühl her bin ich hundertprozentig eine Karrierefrau“, sagt Prange. „Ich habe meine Vision erfüllt.“

 Ihre Vision, die hatte sie in jungen Jahren kurzfristig aus den Augen verloren. Sie arbeitete zunächst im pädagogischen Bereich, entschied sich später für ein Studium im Sozial- und Gesundheitsmanagement und schnupperte anschließend in die Finanzberatung hinein. „Damals habe ich mich wieder an meinen Berufswunsch Chefin erinnert.“ Sie wagte den Sprung und machte sich vor 15 Jahren mit der Idee selbstständig, sich bei der Beratung auf Kundinnen zu konzentrieren. „Die Erwerbsbiografien von Frauen sind viel stärker durch Unterbrechungen gekennzeichnet als die von Männern“, sagt Prange. Das werde bei der klassischen Finanzberatung häufig vernachlässigt.

 „Die meisten Frauen haben kein entspanntes Verhältnis zu Geld“, sagt sie. Ihr Motto: „Sei Pippi, nicht Annika“, in Anspielung auf die Charaktere von Astrid Lindgren. Damit meint sie, dass man eine gewisse Leichtigkeit und einen entspannten Umgang mit Geld entwickeln sollte. Und vor allem, dass Frauen den Mut haben sollten, Entscheidungen zu treffen. Das sei auch ein wichtiger Faktor, um Erfolg als Selbstständige zu haben. Weibliche Gründer müssten keine höheren Hürden überwinden als Männer, glaubt Prange. Für Mütter sollten die Rahmenbedingungen allerdings verbessert werden. „Ich befürchte, manche Frauen stehen sich selbst im Weg“, sagt Prange. Viele seien zu ängstlich oder zögerlich – wie Annika eben. Die Sozialisation habe ihnen beigebracht, sich eher klein zu machen, als sich selbst viel zuzutrauen. Das behindere auf dem Weg nach oben.

 Neben Mut ist „innere Sicherheit“ für Prange eine weitere wichtige Eigenschaft für den Erfolg als Unternehmerin. „Ich muss es aushalten können, nicht zu wissen, was ich nächsten Monat für Aufträge habe. Ich muss auch Gegenwind gewachsen sein und in Phasen dranbleiben, in denen das Geschäft nicht so läuft.“

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Ein Artikel von
Anne Holbach
Wirtschaftsredaktion

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