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Deutschland ist Nummer eins in Europa

Windkraft Deutschland ist Nummer eins in Europa

Der Streit vor Ort um neue Windmühlen wird immer schärfer – doch er kann den Boom der Branche nicht stoppen. Deutschland bleibt wichtigster Markt für die Windenergie und auch der mit Abstand größte Produzent von Windstrom in Europa.

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„Windenergie ist erwachsen geworden, und sie wird ihre Erfolgsgeschichte in den kommenden Jahren fortschreiben“, sagt HSH-Energiemarkt-Experte Lars Quandel.

Quelle: Sven Wied

Hamburg/Kiel. Das ist das Ergebnis einer am Montag veröffentlichten Studie der HSH Nordbank. Danach wurden in Deutschland im vergangenen Jahr rund 88 Terawattstunden Strom aus Windenergie erzeugt – so viel, wie noch nie. Hinzu kommt: Der an Land erzeugte Windstrom ist so kostengünstig wie nie zuvor. „Windenergie ist erwachsen geworden, und sie wird ihre Erfolgsgeschichte in den kommenden Jahren fortschreiben“, sagt HSH-Energiemarkt-Experte Lars Quandel. Aktuell sichert Windenergie etwa 13 Prozent der deutschen Stromerzeugung. In Schleswig-Holstein deckt Windkraft rechnerisch bereits knapp zwei Drittel des Stromverbrauchs.

 Insgesamt erreichte der Zubau von Windenergie-Anlagen in Europa im vergangenen Jahr mit 13,8 Gigawatt ein Rekordniveau. Deutschland war der Studie zufolge mit 6,0 Gigawatt und einem Anteil von 43 Prozent der stärkste Treiber des Marktes. Mit deutlichem Abstand folgen Polen und Frankreich.

 Trotz des von der Landesregierung in Kiel verhängten Genehmigungsmoratoriums und erschwerter Rahmenbedingungen durch die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) wird der Norden nach Einschätzung Quandels seine starke Position als Windland halten: „Schleswig-Holstein war und ist ein maßgeblicher Wegbereiter der Energiewende in Deutschland und bietet nach wie vor viel Potenzial beim Ausbau Windkraft an Land.“ Nach jüngsten Zahlen des Bundesverbandes Windenergie gingen in Schleswig-Holstein im ersten Halbjahr 2016 insgesamt 110 Windanlagen mit einer Gesamtleistung von 322 Megawatt ans Netz – das sind fast 16 Prozent des gesamten Zubaus in Deutschland. Mehr Windleistung in diesem Zeitraum hat bundesweit nur Niedersachsen installiert.

 Die Weiterentwicklung der Anlagentechnik und größere Anlagen im Binnenland würden künftig neue Potenziale erschließen, heißt es in der Studie. Bereits heute sei die Windenergie deutlich kostengünstiger als noch vor wenigen Jahren. So seien die Stromgestehungskosten in einigen Ländern Europas bereits unter fünf Cent je Kilowattstunde gesunken – und damit deutlich niedriger als etwa die Kosten für Kohlestrom. Onshore-Windstrom in Deutschland kostet zwischen gut fünf und etwa acht Cent je Kilowattstunde.

 Heute beginnt in Hamburg die weltweite Leitmesse der Branche. Mehr als 1200 Aussteller aus 34 Nationen stellen auf der Wind Energy ihre Produkte und Dienstleistungen vor. Erwartet werden rund 33000 Besucher.

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Ein Artikel von
Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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