2 ° / -1 ° Schneeregen

Navigation:
Bauboom auf hoher See

Windparks in der Nordsee Bauboom auf hoher See

Der Frühling hält auch auf der Nordsee Einzug. In den großen Häfen von Esbjerg bis Rotterdam machen jetzt die Baumannschaften ihre Fahrzeuge seeklar. Hunderte Spezialschiffe werden in den kommenden Wochen zu den Baufeldern auf der Nordsee auslaufen.

Voriger Artikel
Weniger als Zehn wollen HSH Nordbank kaufen
Nächster Artikel
Wertvoller Kompost aus Bioabfällen

Blick von oben: Im Windpark „Nordsee One“ hat die Installation der gewaltigen Rotoren begonnen. Sie haben einen Durchmesser von 126 Metern.

Quelle: Northland Power

Helgoland. Allein elf Windparks mit 2073 Windanlagen befinden sich derzeit im Bereich der deutschen Wirtschaftszone in Planung und im Bau – viel Arbeit für Tausende Spezialisten. Zu den ersten Schiffen im Einsatz gehört die „Polar Queen“. Das norwegische Spezialschiff war im Winter in einer Werft bei Odense für einen Einsatz im Windpark „Nordsee One“ ausgerüstet worden. Vollbeladen mit Containern und Ausrüstung startete das Schiff jetzt via Nord-Ostsee-Kanal in Richtung Helgoland. Die Mannschaft hat den Auftrag, 54 Windanlagen der Firma Senvion anzuschließen. Bis zum Sommer wollen Techniker von Bord aus alle Windanlagen des Parks testen und dann in Betrieb nehmen. Dafür wurde die „Polar Queen“ mit zusätzlichen Unterkünften und Ausrüstung versehen. „Es ist jetzt die Zeit, um wieder mit den Arbeiten beginnen zu können. Das Wetter wird besser“, sagt Sarah Knauber, Sprecherin des Energieunternehmens Innogy SE, das „Nordsee One“ errichtet.

 Dort stehen die Windturbinen der Firma Senvion mit einer Leistung von jeweils sechs Megawatt bei einer Wassertiefe von 25 bis 29 Metern. Auch die weiteren Daten sind gewaltig: Die Rotoren haben einen Durchmesser von 126 Metern, die Anlagen eine Gesamthöhe von 152 Metern. Der Park soll pro Jahr 1,2 Milliarden Kilowatt-Stunden erzeugen. Das soll laut Betreiber für die Versorgung von 400000 Haushalte reichen. Der Anfang ist jedenfalls gemacht. Vergangene Woche wurde eine erste Turbine installiert.

 Tim Kittelhake, Geschäftsführer der Nordsee One GmbH, zeigte sich zufrieden. Das Verladen der ersten Komponenten sowie die Installation auf offener See seien „reibungslos“ verlaufen, erklärte er. „Der Installation der nächsten Turbinen, die unmittelbar folgen wird, sehe ich zuversichtlich entgegen. Wir planen, alle Turbinen bis Ende dieses Jahres zu installieren und in Betrieb zu nehmen“, so Kittelhake. Für den Anschluss der Turbinen an die Umspannplattformen und die Anbindung ans Landnetz wird die „Polar Queen“ zum Einsatz kommen. Der Windturbinenhersteller Senvion GmbH hat das Schiff dafür für den Zeitraum von sieben Monaten gechartert. An Bord ist Platz für bis zu 120 Techniker. Das 110 Meter lange Schiff verfügt über ein Positionierungssystem und einen großen Kran für metergenaues Arbeiten an den Kabeln und Anschlüssen.

 Auf hoher See wird aber nicht nur eifrig an den neuen Windanlagen zwischen Emsmündung und Sylt gearbeitet. Von Rotterdam aus werden in Kürze große Kranschiffe auslaufen, die in der Nordsee beim Bau der Umspannplattformen zum Einsatz kommen. Westlich von Helgoland entstehen 15 dieser Giganten mit Gewichten von bis zu 17500 Tonnen. Ihre Aufgabe ist es, den von den Windturbinen erzeugten Wechselstrom für den Transport an Land in Gleichstrom umzuwandeln.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

Mehr aus Nachrichten: Wirtschaft 2/3