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Caterpillar kann auch LNG-Motoren

Wirtschaft Caterpillar kann auch LNG-Motoren

Die Kieler Motoren-Marke MaK hat schwere Zeiten hinter sich. Die Krise im Schiffbau hat auch die Motorenfertigung in den Caterpillar-Werken in Friedrichsort schwer getroffen. Hunderte Arbeitsplätze wurden abgebaut, die Fertigung von Schiffsmotoren in Kiel weitestgehend eingestellt. Doch der Kopf des Konzerns, die Entwicklungsabteilung, arbeitet weiterhin in Kiel.

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Der Rostocker Chefingenieur Eckbert Schuster ist Chef über die vier großen MaK-Motoren der „Aidaprima“, die in Kiel entwickelt wurden.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Das jüngste Produkt dieser Abteilung hat jetzt deutsche Gewässer erreicht. Im Maschinenraum der „Aidaprima“ steht der erste mit verflüssigtem Erdgas (LNG) betriebene Motor aus dem Haus Caterpillar. Dieser Motor soll die Marke MaK in ein neues Zeitalter führen. Der neue Hoffnungsträger heißt MaK M46DF – ein himmelblauer Koloss, fast so groß wie ein Haus. DF steht dabei für Dual Fuel. „Der Motor kann mit Marinediesel und mit verflüssigtem Erdgas betrieben werden. Das ist eine ganz saubere Sache“, sagt Eckbert Schuster. Der Rostocker ist stolz darauf, dass er der weltweit erste Chefingenieur eines Schiffes ist, der den neuen Gasmotor in „seinem“ Maschinenraum hat. Der 58-Jährige fährt seit fast 40 Jahren zur See.

 Schuster mag eins gar nicht: Dreck. Sein weißer Overall ist makellos, und Ölrückstände sucht man in seinem Maschinenraum auf der „Aidaprima“ auch vergebens. „Das war früher anders. Wenn wir auf einem Containerschiff die Kolben gezogen haben, sahen wir schlimm aus.“ Seit mehr als zehn Jahren ist er bei Aida und hat den Wandel hin zum sauberen Schiffsbetrieb seit 2007 aktiv mitgestaltet. Vor neun Jahren waren die Mak-Motoren der Baureihe M43C das Maß aller Dinge. Die ebenfalls in Kiel entwickelten Motoren vermieden damals durch ihre ausgefeilte Zünd- und Einspritzsteuerung den Ausstoß großer Rußwolken. Aida gehörte damals auch zu den ersten Reedereien, die diesen Motor bestellten.

 Die in Japan gebaute „Aidaprima“ hat drei M43C und einen neuen M46DF. Einer alten japanischen Tradition entsprechend haben die Motoren dabei auch Namen. Der Gasmotor von Caterpillar heißt „Yui Kei“ – übersetzt ungefähr: Knoten der Auflösung. Wenn Aida LNG auch als Treibstoff verwenden dürfte, könnte der Ausstoß von Schwefeldioxid, Stickoxid und Feinstaub bereits heute auf nahezu Null reduziert werden.

 Die 10800 Kilowatt Leistung konnte der „Yui Kei“ bislang nur in Japan entfalten. „Wir haben dort erfolgreich einen Dauerbetrieb laufen lassen“, sagt Schuster. In Japan ist LNG auch bereits Alltagstreibstoff. Ganz anders in Deutschland. „Wir hatten beim Bau keine Genehmigung für den Einbau eines Tanks für LNG. Deshalb können wir diesen Motor vorerst nur im Hafen betreiben“, sagt Schuster. Die Planung für die „Aidaprima“ begann vor sieben Jahren. Seinen M46DF mit den gelben Kraftstoffleitungen für das Gas darf Schuste erst dann starten, wenn aus Rotterdam das Gas mit Lastwagen nach Hamburg gebracht wurde. Die Versorgung übernimmt die Firma Shell über den Hafen Rotterdam, wo es bereits gigantische LNG-Lager gibt. Die Niederländer und Norweger sind bei der Gasversorgung mit LNG weit voraus.

 Im November 2018 will Aida das erste Kreuzfahrtschiff in Fahrt bringen, das nur von LNG angetrieben wird. „Wir setzen auf diese Technologie“, sagt Unternehmenssprecher Hansjörg Kunze. Beim Betrieb mit Öl hat die „Aidaprima“ ein Ziel bereits erreicht. Nur drei Liter Kraftstoff sollen pro Passagier auf 100 Kilometer verbraucht werden.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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