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Wachstumsschub dank Totalprothese

Wirtschaft Wachstumsschub dank Totalprothese

Rund acht Millionen künstliche Zähne stellt Merz Dental in Lütjenburg in diesem Jahr her. Das Unternehmen ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen.

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Friedhelm Klingenburg, Geschäftsführer von Merz Dental in Lütjenburg, ist überzeugt: „Mit dieser Innovation können wir eine Liga aufsteigen.“

Quelle: Sonja Paar

Lütjenburg. Jetzt hat Merz Dental erstmals eine völlig neuartige Totalprothese entwickelt und will damit auch international ganz neue Märkte erschließen. Geschäftsführer Friedhelm Klingenburg ist vom Erfolg überzeugt – und denkt daher schon über Neueinstellungen nach.

 Seit mehr als 60 Jahren gibt es das Unternehmen inzwischen. Die Zahnfabrik Werchan wurde 1993 eine Tochter der Merz Pharma GmbH, die nicht nur die bekannten Spezial Dragees („Schönheit von innen“) herstellt, sondern ein breites Spektrum von Produkten: Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel und Pflegemittel. Im Dezember übernahm nun das japanische Unternehmen Shofu die Lütjenburger. Und Klingenburg verspricht sich auch dadurch einen weiteren Schub. Denn Shofu ist ausschließlich im Dentalgeschäft tätig und mit einem Umsatz von umgerechnet 125 Millionen Euro die Nummer zwei in Japan.

 Das Projekt der Totalprothese hatte Merz Dental lange vor der Übernahme auf den Weg gebracht. Vor rund fünf Jahren sei die Idee aufgekommen, kürzlich war nun auf einer Fachmesse die Weltpremiere. Zwar spielen Totalprothesen in Deutschland und vielen westeuropäischen Ländern keine ganz große Rolle mehr, da die Zahngesundheitsvorsorge sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verbessert hat. Aber in Russland, China oder der Türkei beispielsweise gebe es relativ viele Prothesenträger. „Selbst in den USA haben rund 20 Millionen Menschen eine Totalprothese“, berichtet Klingenburg. In Deutschland sind es immerhin noch rund vier Millionen. Klingenburg sieht nach der intensiven Analyse des Weltmarktes die Chance, dass sein Unternehmen sich neue Märkte erschließen kann und der Umsatz (derzeit rund 15 Millionen Euro) sich innerhalb kurzer Zeit verdreifachen kann. „Wir können damit in die nächste Liga aufzusteigen“, sagt Klingenburg.

 In Deutschland spielt das Unternehmen schon ganz oben mit. Merz Dental hat den Umsatz in den vergangenen zehn Jahren um 90 Prozent gesteigert und ist damit stärker gewachsen als die Wettbewerber. Das Unternehmen ist inzwischen zur Nummer drei unter den Zahnherstellern auf dem deutschen Markt aufgestiegen. Rund 25 Prozent des Umsatzes wird im Export erwirtschaftet. Zähne und Produkte für Zahnärzte und Dentallabors gehen in rund 40 Länder. Rund 53000 unterschiedliche Zähne werden in dem Werk hergestellt, acht Millionen Stück werden pro Jahr verschickt. Derzeit arbeiten in Lütjenburg 150 Mitarbeiter, insgesamt beschäftigt Merz Dental 200.

 Auf der Totalprothese ruhen so große Hoffnungen, weil es sich nicht nur einfach um ein weiteres neues Produkt handelt, sondern um eine „neuartige Möglichkeit zur Herstellung von Zahnprothesen in den zahntechnischen Labors“, sagt Klingenburg. Die Produktion erfolge weitgehend digital und werde daher deutlich wirtschaftlicher. Derzeit erfolge die Fertigung in neun Schritten, von der Abdrucknahme bis zur Eingliederung immer im Wechsel beim Zahnarzt und im Labor. Mit dem neuen System sind nur noch vier notwendig: Abdruck, Scannen und computergesteuertes Fräsen im Labor sowie das Einpassen beim Zahnarzt. Ganz wesentlich bei diesem System, aber auch bei den anderen Produkten ist die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen, mit Medizinern und mit Forschungseinrichtungen. Bei der Totalprothese hat Merz Dental unter anderem mit der Berliner Charité kooperiert.

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