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Constantin von Oesterreich will gehen

HSH-Nordbank-Chef Constantin von Oesterreich will gehen

An der Spitze der HSH Nordbank bahnt sich ein Wechsel an. Vorstandssprecher Constantin von Oesterreich hat den Aufsichtsrat um eine vorzeitige Auflösung seines Vertrags gebeten, meldete am Mittwoch das „Manager Magazin“. Nachfolger soll sein Stellvertreter und Finanzvorstand Stefan Ermisch werden.

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Die HSH Nordbank muss innerhalb der nächsten beiden Jahre verkauft oder aufgelöst werden.

Quelle: dpa (Archiv)

Hamburg. Die HSH Nordbank steht vor ihrer letzten großen Herausforderung. Sie muss innerhalb von zwei Jahren privatisiert werden oder wird aufgelöst. Diese Aufgabe will der Vorstandssprecher seinem Nachfolger übergeben.

An der Spitze der HSH Nordbank bahnt sich ein Wechsel an. Vorstandssprecher Constantin von Oesterreich hat den Aufsichtsrat um eine vorzeitige Auflösung seines Vertrags gebeten, meldete am Mittwoch das „Manager Magazin“. Nachfolger soll sein Stellvertreter und Finanzvorstand Stefan Ermisch werden. Die Bank wollte zu dem Bericht nicht offiziell Stellung nehmen. Der Vertrag von Oesterreichs wäre noch bis 2017 gelaufen.

Nach Hinweisen aus dem Umfeld der Bank wollte der fast 63-jährige von Oesterreich nach mehr als drei aufreibenden Jahren auf der Chefposition die bevorstehende Privatisierung der Bank seinem 50-jährigen Nachfolger überlassen. Von Oesterreich und Ermisch hatten die HSH Nordbank erheblich verkleinert, umgebaut und trotz der anhaltenden Schifffahrtskrise und schwieriger Rahmenbedingungen am Markt gehalten.

Erst kurz vor Ostern hatte die EU-Kommission endgültig grünes Licht für das Privatisierungsmodell gegeben, das im vergangenen Herbst ausgehandelt worden war. Danach muss die HSH Nordbank innerhalb der nächsten beiden Jahre verkauft oder aufgelöst werden. Die Bank drücken faule Schiffskredite in Höhe von rund 15 Milliarden Euro. Die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein sollen davon fünf Milliarden Euro in eine eigene Gesellschaft übernehmen, weitere 3,2 Milliarden Euro will die Bank über den Markt verkaufen. Ob die so bereinigte Bank anschliessend zu einem angemessenen Preis verkäuflich sein wird, ist unter Fachleuten umstritten. Aufsichtsratschef Thomas Mirow hatte sich zuletzt zuversichtlich geäußert.

Von Oesterreich hat sein Berufsleben bei der Deutschen Bank verbracht und war 2009 von dem früheren Aufsichtsratsvorsitzenden Hilmar Kopper zunächst als Risikovorstand in die HSH Nordbank geholt worden. Nach dem Rückzug von Dirk Jens Nonnenmacher und dem kurzen Gastspiel von Paul Lerbinger an der Bankspitze übernahm er im November 2012 den Vorstandsvorsitz. Sein designierter Nachfolger Stefan Ermisch ist seit Dezember 2012 Finanzvorstand der HSH Nordbank und von Oesterreichs enger Vertrauter. Laut „Manager Magazin“ soll die Personalie im Mai vom Aufsichtsrat beschlossen werden und die Bilanz-Pressekonferenz am 9. Juni der letzte öffentliche Auftritt von Oesterreichs werden.

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