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Sozial zahlt sich aus

Wirtschaftsinitiative Sozial zahlt sich aus

Die Unternehmen im Norden wollen künftig wirkungsvoller Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft übernehmen. Dies ist das Ziel einer Initiative, die Kammern, Wirtschaftsförderer, Verbände und Beratungsunternehmen am Montag im Kieler Haus der Wirtschaft auf den Weg gebracht haben.

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Die IHK war Gastgeberin der Veranstaltung, um Unternehmen mehr Verantwortung übernehmen zu lassen.

Quelle: Sven Janssen

Kiel. Von der Hilfe für benachteiligte Schüler bis zur ressourcenschonenden Produktion: Fast 150 Teilnehmer folgten der Einladung der Industrie- und Handelskammer Kiel zum ersten „Thementag Corporate Social Responsibility“ (CSR).

In welchen Bereichen sollten Unternehmen Verantwortung für die Gesellschaft übernehmen? Warum ist Gewinnmaximierung allein kein nachhaltiges Wirtschaftsmodell? Wie lässt sich CSR am besten in den Unternehmensalltag integrieren? Über Fragen wie diese diskutierten Vertreter zahlreicher Unternehmen und Organisationen – von der Agentur für Arbeit über Autohäuser, Banken und Bildungseinrichtungen bis hin zu Industrieunternehmen, Handwerkern, Dienstleistern und Stiftungen.

Mehr Geschäftsmodelle aus Sozialem

Ein gefragter Mann an diesem Tag ist Arved Lüth: „Dass Unternehmen soziale Verantwortung demonstrieren, das ist in Deutschland fast schon die Regel“, sagt der CSR-Experte aus Frankfurt. Doch viel zu selten entstehe beispielsweise aus dem Engagement für die Umwelt auch ein neues Geschäftsmodell: „Da fehlt bei uns noch einiges an unternehmerischer Kreativität.“ Als positives Beispiel nennt Lüth den Philips-Konzern, der seinen Kunden zwar weiter Beleuchtungstechnik anbietet, dazu aber unter dem Motto „pay per lux“ auch die Dienstleistung „Helligkeit“.

„Tue Gutes und sprich darüber“ – diese PR-Sicht auf soziale Verantwortung wird dem Thema nach Überzeugung Lüths nicht gerecht, zumal größere Unternehmen ab 2017 ihren Beitrag zum Wohl der Gesellschaft in einem Nachhaltigkeitsbericht dokumentieren müssen. Dass detailreich aufgeschriebene CSR-Aktivitäten kein Garant für verantwortungsvolles Handeln sind, zeigt der VW-Skandal. Ein Konzern, der sich mit einem Nachhaltigkeitsbericht schmückt, fügt der Umwelt, seinen Kunden und letztlich sich selbst durch verantwortungsloses Handeln massiven Schaden zu: Das vermag Lüth nicht zu überraschen: „Einen Konzern dieser Größe kann man gar nicht feinmaschig genug kontrollieren, um so etwas auszuschließen.“

Nutzen von CSR ist unbestritten

In Schleswig-Holstein geht es vor allem darum, die Basis kleiner und mittelständischer Unternehmen für das Thema zu sensibilisieren: „Wir wollen informieren, Impulse geben und Netzwerke schaffen“, sagt Björn Ipsen, Leiter des Geschäftsbereiches Unternehmensförderung bei der IHK-Kiel. Natürlich werden auch Vorbilder präsentiert. Dazu gehört die Kieler Unternehmensberatung Eisenschmidt Consulting Crew GmbH mit ihrem Engagement für die Kieler Hospiz-Initiative, die Hofschlachterei Muhs aus Krummbek, die einen Dorfkindergarten ins Leben rief, und der Neumünsteraner Dachdecker Volker Thullesen mit seinem Schüler-Förderprojekt „Grundstein“.

Dass sich CSR langfristig auszahlt, daran herrscht bei dieser Veranstaltung kein Zweifel. Auch Rainer Pregla, Marketing-Chef des Kieler Pumpenherstellers Edur, sieht das so: „Allein die Tatsache, als Arbeitgeber attraktiv zu sein, ist für uns schon ein Gewinn.“

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Ein Artikel von
Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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