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Wankendorfer forciert den Neubau

Wohnungs-Genossenschaft Wankendorfer forciert den Neubau

Die Kieler Wohnungsbau-Genossenschaft Wankendorfer ist mehr als solide aufgestellt, machte im Geschäftsjahr 2015 einen Überschuss von zwei Millionen Euro. Helmut Knüpp tritt als Vorstandschef ein gut laufendes Unternehmen ab.

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Die Modernisierung des Bestandes ist annähernd abgeschlossen, nun steht der Neubau stärker im Fokus: Wohnanlage der Wankendorfer in Wahlstedt.

Quelle: Tönnsen

Kiel. Bodenständig – auf jeden Fall nicht sonderlich aufregend sei sein Geschäft, sagt Helmut Knüpp (63), seit gut 16 Jahren Vorstandschef der Wankendorfer. Mit knapp 8500 eigenen und annähernd 12000 Wohnungen in der Verwaltung für andere Eigentümer zählt die Kieler Genossenschaft zu den größten Wohnungsunternehmen des Landes. Knüpps Alltag dürfte ab Ende September deutlich mehr Raum für Freizeit lassen, denn dann geht der gebürtige Bochumer in den Ruhestand.

Seinem Nachfolger Ulrik Schlenz, Ex-Vorstandsmitglied der Hauptgenossenschaft Nord AG, übergibt Knüpp ein Unternehmen, das solider kaum aufgestellt sein könnte. Das Geschäftsjahr 2015 beendete die Wankendorfer mit einem Jahresüberschuss von zwei Millionen Euro, was in etwa dem Ergebnis von 2014 entspricht. Die Leerstandsquote schrumpfte weiter – auf rund zwei Prozent – und die Eigenkapitalquote, die bei Knüpps Amtsantritt rund elf Prozent betrug, kletterte auf inzwischen 17 Prozent. „Unser Ziel sind 20 Prozent“, sagt Knüpp.

Mehr bezahlbare Wohnungen

Und das, obwohl das Unternehmen künftig jedes Jahr rund acht Millionen Euro in die Schaffung preisgünstigen Wohnraums investieren will. Mit der Modernisierung des Bestandes, in den seit Beginn der 1990er-Jahre rund 182 Millionen Euro geflossen sind, ist die Wankendorfer inzwischen weitgehend durch. Den wachsenden Bedarf an bezahlbaren Wohnungen zu befriedigen, darin sieht Knüpp eine der zentralen Herausforderungen: „Der Neubau muss intensiviert werden.“ Dabei konzentriert sich die Genossenschaft mit ihren rund 11000 Mitgliedern derzeit vor allem auf das Gebiet der Landeshauptstadt und deren Nachbargemeinden. Allein der Bau von vier Gebäuden mit insgesamt 50 Wohnungen in Kiel-Wik verschlingt rund elf Millionen Euro. In Bad-Bramstedt, Bad Segeberg und Lütjenburg realisiert das Unternehmen derzeit drei Wohnanlagen nach dem standardisierten und damit kostensparenden „Kieler Modell“, das sich auch als nachhaltige Lösung zur Unterbringung von Flüchtlingen anbietet.

Auch ins Energiegeschäft eingestiegen

Mit Hochdruck treibt die Wankendorfer (knapp 240 Mitarbeiter) den Ausbau des Dienstleistungsgeschäftes voran, mit dem sich das Unternehmen auch von den „Heuschrecken“ auf dem Wohnungsmarkt abheben will. Erst Anfang des Jahres war die Wankendorfer in das Energiegeschäft eingestiegen. Gemeinsam mit dem Energiedienstleister Getec (Magdeburg) gründete die Genossenschaft die Energie für Schleswig-Holstein GmbH. Ziel ist es in einem ersten Schritt, die rund 8500 eigenen Wohnungen der Wankendorfer mit Wärme zu versorgen. Im zweiten Schritt soll die Energie für Schleswig-Holstein GmbH Konzepte für den Einsatz regenerativer Energien und der Energieerzeugung in eigenen Blockheizkraftwerken entwickeln. Geplant ist außerdem, Messdienstleistungen wie Heizkostenabrechnungen zu übernehmen.

Zum Thema Service hat Knüpp noch weitere Ideen – den Aufbau eines eigenen Pflegedienstes etwa. Doch darum werden sich dann ab Oktober Ulrik Schlenz und Bernd Hentschel kümmern, die die Genossenschaft als gleichberechtigte Vorstände führen werden.

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Ein Artikel von
Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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