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Vom Modell- zum Bootsbauer

Yacht- und Bootswerft Dick Vom Modell- zum Bootsbauer

Als Kind baute Helmut Dick mit Begeisterung Modelle der „Gorch Fock“ und anderer Segelschiffe. Aus dem Hobby wurde der Beruf: Der Leverkusener lernte in Plön das Handwerk des Bootsbauers, machte sich 1991 in Kiel selbstständig, expandierte weiter. Nun will der 58-Jährige seine Nachfolger aufbauen.

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Zwei Generationen, eine Leidenschaft: Werftinhaber Helmut Dick (re.) und sein mutmaßlicher Nachfolger, Werkstattleiter Lasse Brandhorst.

Quelle: Volker Rebehn

Kiel. „Es macht richtig Spaß, wenn man sieht, wie es die jungen Leute noch besser machen“, sagt Dick. Den Umzug in den Norden hat Dick nie bereut: „Ich fühle mich norddeutsch, das war die richtige Entscheidung“, sagt der Bootsbaumeister. Mit drei Mitarbeitern startete er im Januar 1991 „mit einer Werkzeugkiste in einem Schuppen“ am Kieler Scheerhafen direkt am Ausgang des Nord-Ostsee-Kanals. Und weil es wenig Werften gab, die Holzboote bauten, startete Dick mit seinem „Lieblingswerkstoff“ Holz durch, baute die ersten Fahrtensegler vom Typ Nissen 23, später auch Segelboote „im gehobenen Preissegment“ bis zu einer Länge von 15 Metern. „Es war schon sehr schwierig, immer wieder Kunden für diese Einzelbauten zu finden und das Team über das Jahr auszulasten. Und irgendwann wurde mir das finanzielle Risiko zu groß“, sagt Dick.

Neuer Schritt 2004

Der Wendepunkt gelang dann 2004: Dick erhielt aus Heikendorf das Angebot, das dortige Winterlager für Boote samt (Reparatur-)Service zu übernehmen. „Die Kombination aus Bootsbau und Service hat richtig gut funktioniert“, sagt er. Das Geschäft mit dem Winterlagerbetrieb entwickelte sich so positiv, dass Dick 2010 ein 8400 Quadratmeter großes Areal im Kieler Stadtteil Wik direkt am Nord-Ostsee-Kanal kaufte und dort eine 2500 Quadratmeter große Bootshalle bauen ließ. Bereits im Folgejahr entstand die zweite Halle. Als dann auch die neuen Werkstätten aufgebaut und eingerichtet waren, verlegte Dick den Firmensitz an den neuen Standort an der Schleusenstraße. Und weil die Nachfrage der Bootseigner nach Lagerkapazität weiter anstieg, baute Dick 2015 eine dritte Winterlager-Halle, verfügte nunmehr über ein 20000 Quadratmeter großes Hallen- und Freilager mit einer Kapazität von insgesamt 340 Booten, in der im Sommer Pkw von Kreuzfahrtpassagieren geparkt werden. Die Zahl der Mitarbeiter wuchs von fünf im Jahr 2010 auf nunmehr 20, darunter sind neun Bootsbauer-Azubis. Halle Nummer vier sowie ein Ausbau des Bürotraktes sind bereits in Planung. „Eine weitere Expansion bietet sich einfach an, weil gerade im Service-Bereich von der Motorreparatur über Um- und Einbauten bis hin zu Lackierungen und Sanierungen die Nachfrage gut ist“, sagt Dick. So gut, dass Dick seit Juni nun auch in ganz Schleswig-Holstein einen mobilen Jacht-Service anbietet.

Nachfolger-Kandidat steht bereit

Die harte Arbeit der vergangenen 25 Jahren ist nicht spurlos an Helmut Dick vorbeigegangen: „Das war teilweise schon ungesund und sehr anstrengend, deshalb möchte ich jetzt die Weichen für eine mögliche Nachfolgeregelung stellen.“ Kandidat könnte der 26-jährige Eckernförder Lasse Brandhorst ein, der im Betrieb 2009 als Bootsbauer gelernt hat und im kommenden Jahr seine Meisterprüfung ablegen will. Noch ist Brandhorst Leiter der Bootsbauwerkstatt, soll „nach und nach“, sagt Dick, mehr Verantwortung übernehmen. „Ich plane dann, mich Stück für Stück weiter zurückzunehmen, werde in den nächsten Jahren hier aber noch arbeiten.“ Für Lasse Brandhorst ist das eine große Chance: „Ich könnte mir gut vorstellen, den Weg weiterzugehen, den wir hier gemeinsam entwickelt haben. Das Potenzial für stetiges Wachstum ist jedenfalls da.“

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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