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Zehnstöckige Ozeanriesen

Reederei MSC Cruises Zehnstöckige Ozeanriesen

Das Wettrüsten der Reeder geht weiter. Der Kreuzfahrtmarkt steigert von Jahr zu Jahr seine Buchungszahlen. Die Schiffe müssen größer werden. Die Reederei MSC will jetzt sieben Schiffe in Dienst stellen. Diese neuen Schiffe sollen besser in die Häfen passen, da die Rümpfe verkürzt wurden.

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Jean-Yves Jaouen (STX France) , Gianni Onorato, Pierfrancesco Vago (beide MSC) und Laurent Castaing (STX France, von links) mit einem Stahlmodell der neuen „MSC Meraviglia“ beim Produktionsstart in St. Nazaire.

Quelle: Frank Behling

Nazaire. Werftchef Laurent Castaing ist zufrieden. Fast drei Jahre hat sein Team von der Werft STX France mit der Reederei MSC Cruises verhandelt. Heraus kam ein Schiffstyp, der deutlich kürzer als die bisherigen Megaliner ist. Die „Queen Mary 2“ misst beispielsweise 345 Meter, die amerikanische „Oasis“-Klasse kommt auf 362 Meter. Die neue „MSC Meraviglia“ der Vista-Klasse wird nur 315 Meter lang und kann in 2250 Kabinen rund 5700 Passagiere aufnehmen.

 „St. Petersburg oder Stockholm können von den langen Schiffen nicht mehr angelaufen werden. Deshalb haben wir einen anderen Weg gewählt, bei dem der Rumpf wieder kürzer wird“, sagt Gianni Onorato, Vorstand der Reederei MSC. Da die Ostsee angesichts von Terrordrohungen, Krankheiten und Flüchtlingen derzeit das lukrativste und vor allem sicheres Kreuzfahrtrevier in Europa ist, müssen neue Schiffe her. Die Ingenieure von STX France, die schon die Vorgänger-Klasse „MSC Fantasia“ (333 Meter Länge) bauten, konstruierten einen Rumpf mit mehr Breite. 43 Meter misst die Vista-Klasse in der Breite – fünf Meter mehr als bei der „MSC Fantasia“. Die zusätzlichen Meter in der Breite erlauben den Bau von zehn Decks mit Balkonen – so viele wie bei keinem anderen Kreuzfahrer auf der Welt. Die französische Werft ist durch den MSC-Auftrag bis 2020 ausgelastet.

 Die Kreuzfahrtreeder haben in den vergangenen Monaten die nächste Runde des Wettrüstens eingeläutet. Bis 2020 sind bei den Werften 30 neue Kreuzfahrtschiffe mit einem Gesamtwert von 25 Milliarden Euro fest bestellt. 28 Neubauten werden in Europa gebaut. „Wir vertrauen auf europäische Werften. Hier haben wir gute Erfahrungen gemacht“, sagt Pierfrancesco Vago, MSC-Aufsichtsrat. „In zehn Jahren haben wir hier zwölf Schiffe in Dienst gestellt“, sagt Reedereivorstand Onorato. Sieben Neubauten werden bis 2020 die Passagierkapazität auf 70.000 Passagiere verdoppeln.

 Sorgen, dass die Schiffe irgendwann nicht gefüllt werden, hat Onorato keine. „Warum das denn? Es gibt neue Märkte, wie China und Südamerika“, zählt er auf. Unterschiedliche Märkte und Fahrtgebiete erfordern unterschiedliche Schiffe. Drei Schiffe der „Seaside“-Klasse hat MSC in Italien bei Fincantieri bestellt. „Das werden Schiffe für die Karibik, Südamerika und das Mittelmeer im Sommer“, sagt der Reeder. Die vier in St. Nazaire bestellten Vista-Schiffe sind für den Einsatz in kühleren Gewässern Nordeuropas optimiert. Sind auch Winterkreuzfahrten denkbar? „Warum nicht? Es gibt Reedereien, die mit Kreuzfahrten im Winter auch Erfolg haben. Wir werden die Saison in Nordeuropa verlängern“, so Onorato. Für diese Einsätze bekommt die neue „Vista“-Klasse Pooldecks mit Dach und mehr Windbrecher an Oberdeck.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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