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Jede dritte Rübe wandert in eine Biogasanlage

Zuckerrübe Jede dritte Rübe wandert in eine Biogasanlage

Seit Mitte September haben die Rübenbauern im Norden die Feldfrucht auf etwa 6000 Hektar Anbaufläche geerntet, jetzt, Mitte November, soll die Rodung beendet sein.

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Henrik Quentmayer erntet ausnahmsweise mit der Hand.

Quelle: Sonja Paar

Kiel. Auch wenn die Rekordernte 2014 mit 480.000 Tonnen in diesem Jahr wohl nicht erreicht wird, hat sich der Anbau der Zuckerrübe nach der Schließung der Zuckerfabrik in Schleswig Ende 2003 von damals etwa 13.000 Hektar Anbaufläche wieder stabilisiert. Grund dafür ist auch die Nachfrage der etwa 700 Biogas-Produzenten im Land.

 Seit 2010 wird die Rübe nämlich neben der Hauptzutat Mais (Anbaufläche 169000 Hektar) zur Energieerzeugung genutzt. Etwa ein Drittel der Ernte, hauptsächlich nördlich des Nord-Ostsee-Kanals, geht direkt in die regionalen Biogasanlagen, alles andere an die Zuckerrübenfabrik nach Uelzen in Niedersachsen, sagt Karsten Hoeck. Der Marktexperte der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein kennt die Gründe: „Die Zuckerrübe eignet sich für die Erzeugung von Biogas aufgrund der hohen Energieeffizienz als Ergänzung zu Mais und anderen Produkten einfach gut.“ Für Landwirte ist ein kurzer Verladeweg zudem ein wichtiger und lukrativer Faktor.

 Die etwa 600 Rübenbauern in Schleswig-Holstein rechnen in diesem Jahr erneut mit einer guten Ernte: „Der Ertrag mit etwa 74 Tonnen pro Hektar ist gut, der Zuckergehalt ist ebenfalls recht hoch“, sagt Stefan Büsching, Geschäftsführer vom Dachverband Norddeutscher Zuckerrübenanbauer. Pro Tonne werden an den Landwirt bis zu 35 Euro gezahlt, darin inbegriffen sind auch Zuschläge für einen höheren Zuckergehalt. In Europa wurden 2014 etwa elf Prozent des Weltzuckers produziert. In Deutschland schrumpfte die Anbaufläche im vergangenen Jahr um etwa 14 Prozent. Haupterzeuger von Rübenzucker sind Frankreich, Deutschland, Teile der USA, Polen und Russland. Im laufenden Geschäftsjahr werden insgesamt voraussichtlich 173 Millionen Tonnen Zucker produziert.

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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Foto: Er hat seinen Traumjob gefunden, auch wenn er zurzeit Überstunden macht: Henrik Quentmayer fährt den Rübenroder mit Namen Tiger.

„Die Zuckerrübe ist die Königin der Ackerfrüchte. Sie ist so ein bisschen Primadonna, anspruchsvoll, aber wenn man mit ihr kann, kann man richtig was draus machen“, sagt Jürgen Hinrichsen, schlägt den Kragen seiner Jacke hoch und schaut auf den großen Berg imposanter knolliger Erdfrüchte.

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