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Wieder rote Zahlen im Jahr 2013

HSH Nordbank Wieder rote Zahlen im Jahr 2013

Die HSH Nordbank will nach tiefroten Zahlen im Vorjahr 2014 wieder Gewinn ausweisen. 2013 betrug der Konzernverlust 814 Millionen Euro, wie die Landesbank für Hamburg und Schleswig-Holstein am Donnerstag mitteilte. Das Ergebnis sei vor allem von einer höheren Risikovorsorge für Schiffskredite, einem gestiegenen Aufwand für die Kapitalgarantie der Länder sowie Steuerrückstellungen für Altlasten belastet worden.

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Die HSH Nordbank ist 2013 wieder tief in die roten Zahlen gerutscht, jetzt soll es aber wieder aufwärts gehen.

Quelle: dpa

Hamburg/Kiel .  „Wir sind gut ins Jahr 2014 gestartet“, berichtete Vorstandschef Constantin von Oesterreich, der schwarze Zahlen für 2014 erwartet. Dennoch müsse das Institut weiter gestrafft und schlagkräftiger werden.
Die Ländergarantie war Mitte 2013 wieder von 7,0 Milliarden auf 10 Milliarden Euro aufgestockt worden. Im Finanzkrisenjahr 2008 war die die Bank mit Kapitalspritzen der Länder vorm Zusammenbruch gerettet worden. Sie sind mit 85,5 Prozent am Institut beteiligt. Die HSH rechnet unverändert damit, dass sie im Jahr 2019 die Verlustgarantie in Anspruch nehmen muss — und zwar 1,6 Milliarden Euro, 300 Millionen Euro mehr als bislang angesetzt waren.
Diese Mittel sollen aus der „HSH Finanzfonds Anstalt öffentlichen Rechts“ fließen, in die das Geldinstitut bisher 1,7 Milliarden Euro eingezahlt hat. In diesem Jahr kommen rund 500 Millionen Euro hinzu. Die zusätzlich vorsorglich zurückgestellten Prämien, seit 2011 insgesamt 1,4 Milliarden Euro, dürften nach Vorstandsangaben 2014 niedriger ausfallen. Diese Kompensation der Beihilfe unterscheide die HSH fundamental von anderen Banken, sagte Finanzchef Stefan Ermisch. Vom Garantieaufwand entfallen 70 Prozent auf die Abbaubank.
Durch die höhere Garantie wurde auch die Kernkapitalquote der Bank - 11,7 Prozent (2013) nach 9,9 Prozent (2012) — gestärkt. „Mit unseren Zahlen beweisen wir, dass das Modell „Bank für Unternehmer“ funktioniert“, sagte der Vorstandschef. Nun gehe es darum, die EU-Kommission davon zu überzeugen, „dass wir valide sind und eine Existenzberechtigung haben“.
Der Vorstand erwartet 2014 für den Konzern und die Kernbank „einen deutlichen Gewinn vor und nach Steuern“. Für das 1. Quartal wurde ein Vorsteuergewinn von rund 200 Millionen Euro genannt. Der Vorstand begründet seine Erwartungen auch mit dem anziehenden Neugeschäft, das sich bis Ende März verglichen mit dem Vorjahreszeitraum auf rund 2,1 Milliarden Euro verdoppelte. Bis Jahresende soll es auf 9,4 Milliarden Euro (2013: 7,6 Mrd) steigen.
Bei Schiffsfinanzierungen plant die HSH 2014 mit einem Rückgang des Neugeschäfts um 13 Prozent auf knapp eine Milliarde Euro. Vor 2015 werde nicht mit einer Erholung der Fracht- und Charterraten sowie der Schiffspreise gerechnet, berichtete der Vorstandschef. Die Schiffsfinanzierungen im Volumen von 21 Milliarden Euro seien zu 16 Prozent durch die Risikovorsorge abgedeckt.
Seit 2008 hat die HSH Nordbank ihre Bilanzsumme auf rund 109 Milliarden Euro halbiert. Die Zahl der Beschäftigten in Hamburg und Kiel wurde seitdem um ein Drittel auf 2834 reduziert. In der Abbaubank liegen noch Altlasten von rund 37 Milliarden Euro, das bis Jahresende auf 33 Milliarden zurückgehen soll. Damit liege es erneut unter den EU-Anforderungen.

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Foto: Operativ hat sich die HSH Nordbank als „Bank für Unternehmer“ neu positioniert und mit dieser Strategie nach eigener Aussage ihre Stellung bei Firmenkunden im Norddeutschlands „gesichert“, in Mittel- und Süddeutschland jedoch neue Kunden gewinnen können.

Mehr als 800 Millionen Euro Verlust, voraussichtlich 300 Millionen Garantie-Euro mehr, die die Länder ab 2019 in die Bank pumpen müssen: Trotz dieser Horrorzahlen reagierte die Landesregierung in Kiel vergleichsweise gelassen. Ein Grund dafür ist Normalsterblichen kaum zu vermitteln: Ob die HSH Nordbank nun 400, 600 oder 800 Millionen Euro Verlust ausweist, ist in der derzeitigen Lage der Bank relativ schnuppe.

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