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Luther und Lennon statt "Stille Nacht, heilige Nacht"

Musik Luther und Lennon statt "Stille Nacht, heilige Nacht"

Als John Lennon 1971 "Imagine there's no heaven" sang, ahnte er nicht, dass dieser Protestsong 40 Jahre später als Weihnachtslied verstanden würde.Der Jazz-Posaunist Nils Landgren präsentiert nun die Lennon-Hymne gleichberechtigt neben Martin Luther und skandinavischen Volksweisen auf "Christmas With My Friends III" (ACT 9527 / Edel).

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Jazz-Posaunist Nils Landgren am 29.06.2012 in Niendorf beim Jazz Baltica Festival.

Quelle: Malte Christians

Bremen. ). Landgren klingt trotz - oder gerade wegen - seiner begrenzten Sänger-Möglichkeiten sehr glaubwürdig, wenn er mit heiserer Stimme Lennons Botschaft verkündet: "Stell dir vor, es gibt keinen Himmel, keine Hölle und keine Religionen!".

Ohne Religionen gäbe es aber auch keine CDs wie "Musica Sacra - Gregorianische & Buddhistische Gesänge" (KuK 48 / Klassik Center). Der tschechische Chor Schola Gregoriana Pragensis und Mönche der japanischen Tendai-Schule führten diesen Dialog der Kulturen im baden-württembergischen Kloster Maulbronn.

Auf "Christmas Dreams On 13 Strings" (BIS / Klassik Center) spielt Anders Miolin mit seiner 13-saitigen Gitarre weihnachtliche Musik aus aller Welt für Surround-Sound-Hörer, die genussvoll jeder einzelnen Gitarrensaite nachlauschen wollen. Noch zarter besaitet klingt das Quadriga Consort, wenn es Weihnachtslieder und Tänze des 17. Jahrhunderts aus Britannien und Irland interpretiert: "On A Cold Winter's Day" (Carpe Diem / Naxos).

Klanglich ausgereifte Weihnachts-CDs liefert auch immer wieder die Musikproduktion Dabringhaus und Grimm - zum Beispiel "Machet die Tore weit" (MD+G); die räumlich bestens gestaffelten Stuttgarter Hymnus-Chorknaben präsentieren zusammen mit Orgel und Schlaginstrumenten ein Weihnachts-Repertoire aus vier Jahrhunderten. Noch mehr auf die Pauke haut The Dallas Wind Symphony mit "Horns For The Holidays" (RR / Sieveking Sound). Dieses Blasorchester aus Texas stellt jede Hifi-Anlage auf eine harte Probe.

In die englischen Wohnstuben des 19. Jahrhunderts führt "The Music Of Charles Dickens And His Time" (Warner Classics): Das Hausmusikanten-Ensemble The Seven Dials Band versprüht jene karnevalistischen Heiterkeit, mit der im viktorianischen Zeitalter Weihnachten gefeiert wurde. Russische Weihnachtsgefühle weckte Peter Tschaikowski mit seinem "Nussknacker" - das Holländische Nationalballett verlegt die Handlung auf den Sinterklaas-Abend (6.12.) und tanzt "Der Nussknacker und der Mäusekönig" (DVD: Arthaus / Naxos) zur Tschaikowski-Musik.

Zwei weihnachtliche Geschenktipps für Jazz-Fans kommen aus New York. Für "A Dreamer's Christmas" (Tzadik / Challenge) arrangierte der Radikal-Avantgardist John Zorn solche Christmas-Schlager wie "Let It Snow" und "Santa Claus Is Coming To Town" mit ständig überraschendem Wechsel der Stilmittel. Der Gitarrist Craig Brann verwendet bei seinem "Advent(ure)" (SteepleChase SCCD 31747 / Fenn) lieber barocke Weihnachtsmelodien als Rohmaterial für seine Improvisationen.

dpa

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