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„Geschäfte gehören in die Innenstadt“

Auf einen Kaffee mit ... „Geschäfte gehören in die Innenstadt“

Kaffee und Kommunikation – das gehört irgendwie zusammen. Die SZ in lädt lokale Persönlichkeiten auf einen Kaffee ein, um ein kurzes, aber knackiges Pläuschchen über dies und jenes zu halten. Dieses Mal: Andrea Schroedter, Vorsitzende des Bürger- und Verkehrsvereins Bad Bramstedt (BVV)."

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Andrea Schroedter im Gespräch mit der SZ-Redakteurin Sylvana Lublow

Quelle: Einar Behn

Bad Bramstedt. Gut gelaunt und sonnengebräunt betritt Andrea Schroedter das Café am Landweg. Als Vollzeit-Berufstätige im Malerbetrieb ihres Mannes Ansgar – sie kümmert sich um den Verkauf und managt das Büro – hat die 47-Jährige nicht viel Freizeit. Zudem ist sie die Vorsitzende des BVV und hat ständig einen vollen Terminkalender. Für einen Kaffee mit der SZ nahm sie sich trotzdem eine halbe Stunde Zeit. Die große blonde Bad Bramstedterin bestellt sich einen Latte macchiato. Normalerweise trinke sie ihren Kaffee nur schwarz, erzählt sie, und davon sogar sechs bis acht Becher täglich. Ein „Latte“ sei etwas Besonderes, den trinke sie nicht jeden Tag. Während sie den Zucker einrührt, erzählt sie, dass sie regelmäßig zum Blutspenden geht und dort auch immer ihren Blutdruck messen lässt. „Also Bluthochdruck habe ich nicht, im Gegenteil. Der ist eher immer im Keller“, sagt sie nach besorgter Nachfrage ob ihres hohen Kaffeekonsums.

Frage: Finden Sie als Kaffeeliebhaberin denn ausreichend Angebote in Bad Bramstedt? Oder könnten Sie sich sich hier auch einen Coffeeshop wie Starbucks vorstellen?

Andrea Schroedter: Mit Sicherheit ist es immer schön, wenn ein Sortiment ergänzt oder erweitert werden kann. Ob so eine Kette wie Starbucks in Bad Bramstedt genug Kunden findet, weiß ich nicht. In Großstädten wird das sehr gut angenommen, hier kann ich das schlecht einschätzen. Durchaus sollte man aber jeder Gewerbeansiedlung in Bad Bramstedt sehr offen und aufgeschlossen gegenüberstehen. Die Innenstadt kann davon nur profitieren.

Würden Sie dort hingehen?

Ja, durchaus. Allerdings bin ich voll berufstätig und kann so ein Angebot zeitlich kaum nutzen. Starbucks hat natürlich ein tolles großes Sortiment, und ich genieße das auch, wenn wir irgendwo im Urlaub unterwegs sind. Wobei ich immer vollkommen erschlagen bin von dem Angebot und mich die Nachfragen dort auch immer ein bisschen unsicher machen.

Was sagen Sie denn zu den wieder mal gescheiterten Plänen für das Fachmarktzentrum? Freut Sie das als Einzelhändler?

Auf der einen Seite schon. Wir sprechen uns ja immer für die Stärkung der Innenstadt aus, und ob ein Fachmarktzentrum vor den Toren der Stadt so viel Sinn gemacht hätte, denke ich nicht. Viele Ketten, die in der Innenstadt angesiedelt sind, hätten sich dann wahrscheinlich im Fachmarktzentrum eingemietet. Das halte ich für kritisch. Für Tankstellen, Baumärkte oder Autohäuser wäre das schon die richtige Adresse, aber klassische Geschäfte gehören in die Innenstadt.

Gibt es ein Geschäft, das Ihnen persönlich in Bad Bramstedt fehlt?

Das Bekleidungssortiment könnte noch ausgebaut werden – vor allem Richtung Herrenkleidung. Da gibt es zu wenig Angebote. Gastronomie könnte auch immer etwas mehr sein. Aber mir persönlich fehlt ehrlich gesagt kaum etwas. Den größten Bedarf kann ich hier vor Ort decken. Es gibt wirklich ganz wenig, wofür ich woanders hinfahren muss. Wenn, dann geht es höchstens um das Erlebnis, shoppen zu gehen.

Internethandel macht den Einzelhandel kaputt, heißt es. Shoppen Sie im Internet?

Wenig.

Was haben Sie zuletzt im Internet bestellt?

Meterware Tischdecke. Weil ich die Farbe, die ich wollte, hier nicht bekommen habe. Ich habe es aber vorher versucht! Ich finde es wichtig und gut, einkaufen zu gehen. Da bekommt man den Service gleich dazu.

Was hat Sie in letzter Zeit so richtig aufgeregt?

Ein Kunde kam zu uns in den Laden und hat sich lang und breit über Tapeten beraten lassen und sich auch viele Muster angesehen. Dann ging er, um sich das alles zu überlegen. Ein paar Tage später kam er wieder, um sich ein Paket Kleister zu kaufen und erzählte, dass er sich die Tapeten im Internet gekauft hatte. Das ist Beratungsklau. Da bin ich zwar nicht explodiert, aber das ist wirklich eine unfaire Geschichte. Das findet leider sehr häufig statt im Einzelhandel.

Gibt es denn auch etwas, das sie in letzter Zeit besonders gefreut hat?

Ja! Unser Kassenwart hat mir gerade mitgeteilt, dass wir mit unseren Bad-Bramstedt-Gutscheinen von Dezember 2013 bis jetzt über 30000 Euro Umsatz gemacht haben. Das hat mich sehr gefreut, das ist richtig toll. Das sind 30000 Euro Kaufkraft, die hier im Ort bleibt. (Anmerkung der Redaktion: Der BVV hat Ende 2013 die Bad-Bramstedt-Einkaufsgutscheine eingeführt. Zu kaufen gibt es sie bei der Sparkasse Südholstein und der Raiffeisenbank, im Wert von 5, 10 und 25 Euro. Einzulösen sind sie in rund 70 Betrieben und Geschäften vor Ort. Es kommen weitere dazu.)

Wann erholen Sie sich und machen mal Pause?

Richtig erholen können mein Mann und ich uns im Urlaub. Da schalten wir ab. Aber ich gehe auch viel mit unserem Hund spazieren, mache Fahrradtouren. Ich genieße es aber auch, einfach in unserem Garten zu sein.

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