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Spaß, die Region voranzubringen

Auf einen Kaffee mit ... Spaß, die Region voranzubringen

Kaffee und Kommunikation – das gehört irgendwie zusammen. Die SZ lädt lokale Persönlichkeiten auf einen Kaffee ein, um einen kurzen Plausch über dies und jenes zu halten. Dieses Mal: Christian Stölting, Chef der Verwaltung des Amtes Bad Bramstedt-Land.

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SZ-Journalist Jann Roolfs im Gespräch mit Christian Stölting

Quelle: Einar Behn

Bad Bramstedt. Stölting ist in Großenaspe geboren und aufgewachsen, er hat beim Amt gelernt und mit kurzen Unterbrechungen dort 44 Jahre lang gearbeitet. In seiner Heimatgemeinde Großenaspe arbeitet er ehrenamtlich als Schriftführer bei der Jagdgemeinschaft. Christian Stölting ist 60 Jahre alt und verheiratet, er hat drei erwachsene Kinder, zwei Söhne und eine Tochter. Zum Kaffee kommt er zu Fuß, er wählt einen Cappuccino.

Frage: Herr Stölting, in den USA muss sich die Bundesverwaltung in Washington mit Donald Trump auf einen gewählten Chef einstellen, der eben dieser Verwaltung feindlich gegenüber steht. Kennen Sie diese Situation?

Politik geht, Verwaltung bleibt (lacht). Nein, wir haben über die Jahre keine Probleme gehabt. Jeder ist anders, da muss man sich zusammenraufen. Aber wir haben immer an einem Strang gezogen, uns gegenseitig befruchtet mit Ideen. Man muss abwägen, ob etwas Vorteile bringt für die Gemeinde, für das Amt, für die Region. Dann wird das angepackt.

„Anpacken“ ist nicht unbedingt das, was man einer Verwaltung nachsagt.

Wir waren eines der ersten Ämter im Land mit Breitbandversorgung. Ein junger Kollege brachte das Thema 2008 von einer Veranstaltung mit, wir haben es ins Ehrenamt getragen. Seit 2012 haben wir, bis auf Einzelgebäude im Außenbereich, Glasfaser bis in jedes Haus. Wir waren eines der ersten Ämter, das die Ehrenamtler mit Tablets ausgestattet hat. Wir haben 190 Tablets gekauft und Schulungen durchgeführt.

Warum machen Sie nicht bequem „Dienst nach Vorschrift“?

Ich brauche immer wieder neue Herausforderungen und neue Ziele. Es bringt mir Spaß, die Region nach vorn zu bringen.

Was brauchen Sie dafür?

Ein gutes Team, und das habe ich. Und manchmal braucht man langen Atem wie ein Marathonläufer. Wenn ich nach anderthalb Jahren Vorarbeit einen Bewilligungsbescheid in den Händen halte: Ja, das hat sich gelohnt.

Hat es Sie nie aus dem Dunstkreis Großenaspe/Bad Bramstedt hinausgezogen?

Ich hatte Anfragen, hauptamtlicher Bürgermeister zu werden. In gewisser Weise hat mich das gereizt, aber ich hätte zu viel aufgeben müssen. Der letzte Euro in der Tasche macht einen auch nicht glücklicher. Wichtiger ist Spaß an der Arbeit.

Wird das nicht irgendwann zu eng?

Ich bin Kreisvorsitzender und Mitglied im Landesvorstand des Gemeindetags. Das bedeutet eine enge Verbindung zum Ministerium. Dabei gucke ich über den Tellerrand, das macht mir Spaß. Außerdem sitze ich im Rat der Stiftung Naturschutz, dort bringe ich die Sicht der Kommunen ein. Das ist ein ganz anderer Bereich.

In Großenaspe gehen Sie als Jäger an die Grundschule.

Das fing an, als mein mittlerer Sohn in die vierte Klasse ging. Ich wollte meinen Kindern und anderen Schülern die heimische Natur nahe bringen. Im nächsten Jahr machen wir das seit 20 Jahren: zwei Tage an der Grundschule und draußen.

Ist den Kindern das Handy nicht wichtiger als ein Abend auf dem Hochsitz?

Die Kinder sind nach wie vor mit Begeisterung dabei. Das hat sich bewährt.

Wo finden Sie Ihren Ausgleich zur Arbeit?

Ich hole viel Kraft daraus, wenn ich fit bin. Ich bin ein leidenschaftlicher Läufer, ich bin meinen ersten Marathon mit 55 gelaufen. Ich fahre jeden Tag mit dem Fahrrad zehn Kilometer zur Arbeit, hinten über Gut Gayen, mit dem Mountainbike durch die Natur. Dann habe ich morgens vor dem Dienst eine Trainingseinheit, abends kann ich den Frust abschütteln, den es manchmal gibt. Das Schwimmbad ist neben dem Amt, da gehe ich in der Mittagspause hin.

Dann ist der Triathlon ja komplett.

Ich habe in Hamburg mehrmals beim Jedermann-Triathlon mitgemacht: 500 Meter Schwimmen, 5 Kilometer Laufen, 22 Kilometer Radfahren. Solange die Knochen noch mitspielen...

Wie verbringen Sie Ihren Urlaub?

Im August/September war ich mit meinen Jungs in den Dolomiten zum Mountainbiken und Bergwandern. Vor zwei Jahren bin ich mit meinem Sohn mit dem Fahrrad über die Alpen gefahren, 430 Kilometer in fünf Tagen, alle Kleidung im Rucksack. Das sind Highlights, wenn man das gemeinsam erleben kann.

Liegen Sie auch mal faul im Liegestuhl?

Das kommt vor, aber selten.

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