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Abschied von der First Family

Best of Obama Abschied von der First Family

Die Obamas gelten vielen als das coolste Präsidentenpaar seit John F. und Jackie Kennedy. Abseits der Politik prägten Eleganz und Stil diese Präsidentschaft - ein Rückblick auf acht besondere Jahre.

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Die First Family Michelle Obamas Mutter Marion Shields Robinson (v.l.), Michelle, Barack, Sasha und Malia Obama.
 

Quelle: Pete Souza/ White House

Washington.  Das letzte Staatsbankett im Weißen Haus fasste eigentlich alles zusammen. Michelle Obama im bodenlangen Kleid von Atelier Versace, wie aus flüssigem Metall. An ihrer Seite der strahlende Präsident, als wäre er hineingegossen in seinen Smoking. „Reiner Hollywood-Glamour“, seufzte die „Washington Post“. Wenn die Familie Obama nun allmählich die Koffer packt, heißt es Abschied nehmen vom wohl berühmtestem Power-Paar der Welt.

Michelle und Barack Obama nach den Feierlichkeiten zum 51

Michelle und Barack Obama nach den Feierlichkeiten zum 51. Geburtstag des Präsidenten. Gentlemanlike hat Obama seiner Frau Michelle sein Sakko über die Schultern gelegt. Sie wirken verliebt – wie eh und je.

Quelle: Pete Souza/ White House

Michelle und Barack Obama waren das eingelöste Versprechen, dass Eleganz und Würde nicht mit der Übernahme einer so gewaltigen Funktion verschwinden müssen. Die Vorstellung eines Donald Trump im Weißen Haus ermöglicht sich noch einmal klar zu machen, welchen Raum dieses Paar eingenommen hat. Und wie es ihn ausfüllte.

„Der Mann verkörpert schlicht cool“

Man mag Obamas Nahost-Politik kritisieren, den Drohneneinsatz entsetzlich finden, seine Gesundheitsreform unvollkommen und die Versäumnisse in der Einwanderungspolitik folgenreich. Trotzdem: „Der Mann verkörpert schlicht ’cool’“, schreibt die israelische „Haaretz“. Und führt als Beweis, zum Beispiel, die präsidialen Playlisten an.

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In diesen Listen hat Obama mehrfach seinen Musikgeschmack bei Spotify hinterlegt. Viel schwarze Musik und Jazz. Keine Klassik, kein Country. Für einen 55-Jährigen viel Hip Hop, aber auch reichlich Nina Simone oder Aretha Franklin. Aus dem Weißen Haus war zu hören, das sei schon alles fein austariert, gehe es doch auch bei Playlisten um eine Botschaft - und immer ums Vermächtnis.

Kann man sich das vorstellen: Donald Trump mit Jerry Seinfeld im Auto, locker plaudernd wie Barack Obama? Melania Trump beim „Carpool-Karaoke“ wie Michelle Obama? Unfassbar lässig kreuzte die neben James Corden durch den Garten des Weißen Hauses, textsicher Stevie Wonder schmetternd, und rappen kann sie auch.

Die Menschlichkeit überzeugte

„Ich glaube fest, dass wir zum letzten mal eine First Family wie diese haben werden“, schreibt eine Anhängerin. Und ein anderer: „All das macht Michelle ja nicht zu einem besseren oder schlechteren Menschen.“ Aber: „Ich habe einfach einen anderen Bezug zu ihr.“

„Wie man wirklich cool ist? Indem Du wirklich bei Dir bist. Acht Jahre lang hatten wir eine First Family, die genau das gemacht hat“, hinterlässt ein wehmütiger Begleiter. Magazine schrieben, man werde schon allein die „Fist Bumps“ des Paars vermissen, den Gruß, der mit zwei leicht zusammenstoßenden Fäusten ausgeführt wird.

Das wirkte alles menschlich und nah und anfassbar, wenn diese Zugänglichkeit auch wohlsortiert war, sorgfältig orchestriert von der Machtmaschine des Weißen Hauses, auch über die sozialen Medien.

Obamas bleiben für Tochter in Washington

Ihren Töchtern versuchten die Obamas soviel Normalität wie möglich zu erhalten. Das ist nach Lage der Dinge komplex, wenn man eine Supermacht regiert. Man erfuhr aber, dass Vater Barack, wann immer möglich, um 18.30 Uhr mit der Familie zu Abend esse.

Nach dem 20. Januar 2017 wird die dann ehemals berühmteste Familie der Welt in Washington bleiben, im guten Stadtteil Kalorama, bis Sasha 2018 die High School beendet hat. Vielen war es eine Freude, acht Jahre lang zuzusehen, wie auch Stil und Geschmack eine Präsidentschaft prägen können.

Die Obamas vlnr

Die Obamas v.l.n.r: Mutter Michelle, die älteste Tochter Malia, Vater Barack

Quelle: Pete Souza/ White House

Von RND/fw/dpa