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Bahn irritiert mit Infos zu Verspätungen und Zugausfällen

Xavier Bahn irritiert mit Infos zu Verspätungen und Zugausfällen

Reisende müssen derzeit viel Geduld aufbringen, wenn sie Informationen zu ihrer Bahnverbindung haben wollen. Die Auskunft der Deutschen Bahn funktioniert nur teilweise.

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Zahlreiche Menschen strandeten an den Bahnhöfen in Norddeutschland.

Quelle: dpa

Berlin. Die Auskunfts-Apps der Bahn waren beim Sturm der schlechteste Ort, sich zu informieren. Über die Streckensperrungen erfuhren Reisende dort lange nichts. Gegen einen Orkan wie „Xavier“ ist die Bahn machtlos. Am Donnerstagnachmittag kam der Verkehr in ganz Nord- und Ostdeutschland zum Erliegen. Auf fast allen Strecken müssen jetzt Bäume aus den Gleisen geholt und Oberleitungen repariert werden.

Auf ihren Webseiten informiert die Bahn indes nur sehr allgemein und lückenhaft. Das haben bereits am Donnerstag viele Pendler leidvoll zu spüren bekommen: Wer sich über der Auskunfts-App der Bahn oder die Reiseauskunft im Internet über Ausfälle informieren wollte, wurde in die Irre geleitet: Dort sah es so aus, als würden zumindest einige Züge fahren, teilweise sogar pünktlich, teilweise mit mehreren Stunden Verspätung. Auch auf den Anzeigetafeln am Bahnhof deutete nichts auf eine Vollsperrung hin. Erst die Anzeige am Gleis verriet die Komplettsperrung.

Der Grund für diese Irreführung der Kunden liegt an der Schnittstelle zwischen Technik und Mensch: Im Normalbetrieb werden die Informationen über Verspätungen und Zugausfälle automatisch ins System gespeist: der Zug passiert bestimmte Fahrweg-Messpunkte, die neben dem Gleis angebracht sind. So erkennt das System, ob ein Zug fahrplanmäßig oder verspätet unterwegs ist. Beim Sturm-Chaos gerät dieses System an seine Grenzen: Züge, die längst gestoppt waren, tauchten mit Verspätung in der Auskunft auf. Solche, die gar nicht losfahren dürften, sogar pünktlich.

Die Information über Streckensperrungen muss manuell eingegeben werden - und da mangelte es am Donnerstag und Freitagmorgen schlicht an Personal. „Wir sind dann auf Menschen angewiesen, die bestimmte Zustände kennen“, sagt der Bahnsprecher. „In den Abend- und Nachtstunden war das schwierig und führte zu unbefriedigenden Resultaten.“ Alle, die vergeblich und durchgefroren an einem Bahnhof auf Züge warteten, die es längst nicht mehr gab, können ihm da nur zustimmen.

Auch auf Facebook versuchten die Reisenden eine Auskunft zu bekommen. In der Regel posteten die Mitarbeiter auf die Fragen der Kunden Links, die zum Fahrgastrechte-Formular führten oder Infos zur aktuellen Verkehrslage meldeten.

Von Jan Sternberg

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