3 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Deutsche Familie verklagt Dänemark

Betonklotz-Attentat Deutsche Familie verklagt Dänemark

Es war ein furchtbares Verbrechen, das eine deutsche Familie im August in Dänemark traf: Unbekannte warfen einen Betonklotz von einer Autobahnbrücke auf der Insel Fünen. Das Auto wurde komplett zerstört, die Mutter starb. Jetzt bereitet die Familie eine Schadenersatzklage gegen Dänemark vor.

Voriger Artikel
Polizei schießt auf Lkw-Fahrer in Barcelona
Nächster Artikel
George Clooney: Vaterschaft „ein Abenteuer“

Die dänische Polizei tappt ein halbes Jahr nach dem Betonklotz-Wurf auf Fünen noch immer im Dunklen.

Quelle: Kim Rune/dpa

Odense/Kiel. Das berichteten mehrere dänische Medien am Dienstag. "Es kommt eine Klage", bestätigte der dänische Rechtsvertreter der Familie, Jan Hollmén Olesen, gegenüber dem Fernsehsender "TV2", "es handelt sich um ein Verbrechen, das in Dänemark begangen wurde, daher gibt es ein Recht auf Ersatz, unabhängig ob man dänischer oder ausländischer Staatsbürger ist."

Die Familie aus dem nordrhein-westfälischen Recklinghausen war am 21. August auf dem Rückweg aus Dänemark bei Odense Opfer des furchtbaren Anschlags geworden. In den folgenden Monaten häuften sich die Fälle, in denen in Dänemark von Autobahnbrücken Gegenstände geschleudert wurden. Zu einem weiteren schweren Zwischenfall kam es aber nicht.

Eine mögliche Schadenersatzzahlung an die Familie soll nun für den fünfjährigen Sohn vorsorgen und den Erwerbsausfall des Mannes ersetzen. "Wie hoch die Summe letzten Endes wird, kann jetzt noch nicht gesagt werden. Es hängt davon ab, welche Summen von eigenen Versicherungen erwartet werden und wie sich der Zustand des Mannes entwickelt", so Hollmén Olesen.

Im Laufe der letzten Monate hatten die dänischen Ermittler Zeugen gesucht, die einen dunklen Volvo in der Nähe des Tatorts gesehen hatten. Zwischenzeitlich wurde ein 15-jähriger Tatverdächtiger festgenommen. Es gingen zwar etwa 600 Hinweise ein, aber trotz einer Belohnung von 250 000 Kronen (rund 34 000 Euro) gelangen keine entscheidenden Ermittlungsschritte.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Niklas Wieczorek
Lokalredaktion Kiel/SH

Mehr aus Nachrichten: Aus der Welt 2/3