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Blutiger Zwischenfall bei Totschlagsprozess gegen Syrer

Stralsund Blutiger Zwischenfall bei Totschlagsprozess gegen Syrer

Im Prozess um den gewaltsamen Tod einer 41-jährigen Syrerin ist es am Dienstag zu einem dramatischen Zwischenfall im Stralsunder Landgericht gekommen. Nachdem er ein Bild von seiner getöteten Frau gezeigt bekam, verletzte sich der angeklagte Ehemann des Opfers. Zuvor hatte er bereits die Todesstrafe für sich gefordert.

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Der Angeklagte beim Prozessauftakt in Stralsund.

Quelle: dpa

Stralsund. Der älteste Sohn der Toten hatte dem angeklagten 54 Jahre alten Vater ein Foto seiner getöteten Mutter gezeigt, worauf dieser sich heftig schluchzend zunächst ins Gesicht schlug und dann seinen Kopf auf den Tisch knallte, wie ein Gerichtssprecher sagte. Der Angeklagte erlitt eine Platzwunde, die Verhandlung musste unterbrochen werden.

Der Angeklagte soll im November 2016 in Bergen auf der Insel Rügen seine Ehefrau mit acht Messerstichen getötet haben. Die Frau war seinerzeit noch auf die Straße geflüchtet, dort aber an ihren schweren Verletzungen gestorben.

Bereits zum Auftakt der Verhandlung Mitte Mai hatte sich der Angeklagte ein „gutes Urteil“ gewünscht und damit die Todesstrafe gemeint: „Wenn ich mich weiter daran erinnere, sterbe ich jeden Tag mehrere Tode“, hatte er seine Forderung damals begründet.

Psychiatrisches Gutachten soll Klarheit bringen

Die Familie des Syrers war erst 2014 nach Deutschland geflüchtet – offenbar damals auf Drängen der Frau. Er selbst sei von dem Vorhaben nicht überzeugt gewesen, gab der Angeklagte vor Gericht an. Er und seine Frau hätten sich nach der Ankunft in Deutschland zunehmend entfremdet. Es habe oft Streit gegeben und er hätte schließlich das Gefühl gehabt, nicht mehr gebraucht zu werden. Als seine Frau mit der Trennung drohte, war es zu der Kurzschlussreaktion gekommen.

Der Angeklagte war nach der Tat noch mit dem Messer in der Hand festgenommen worden.

Der psychiatrische Gutachter, der ursprünglich noch am Dienstag gehört werden sollte, wird nun am kommenden Montag sein Gutachten vorstellen. Dann wird die Verhandlung fortgesetzt.

Von RND/dpa/caro