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Dutzende Tote und Verletzte in Türkei

Bombenanschlag auf Hochzeit Dutzende Tote und Verletzte in Türkei

Einmal mehr wird das türkische Grenzgebiet zu Syrien von einem schweren Anschlag erschüttert. Ziel war diesmal ein Straßenfest in der Großstadt Gaziantep. Die Bilanz: mindestens 50 Tote und noch viel mehr Verletzte. Der türkische Präsident macht den IS für die jüngste Bluttat verantwortlich.

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Bei der mutmaßlich von einem Selbstmordattentäter herbeigeführten Explosion in der südöstlichen Millionenstadt Gaziantep wurden nach Behördenangaben mindestens 30 Menschen getötet und fast 100 verletzt.

Quelle: afp

Istanbul. Ein Bombenanschlag mit Dutzenden Opfern hat aus einer fröhlichen Feier in der Türkei ein Blutbad gemacht. Bei der mutmaßlich von einem Selbstmordattentäter herbeigeführten Explosion in der südöstlichen Millionenstadt Gaziantep wurden nach Behördenangaben mindestens 50 Menschen getötet und fast 100 verletzt.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan vermutet die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) hinter dem Anschlag. Die IS-Miliz sei der „mutmaßliche“ Drahtzieher des Attentats in Gaziantep, erklärte Erdogan am Sonntag. „Unser Land und unsere Nation haben erneut nur eine Botschaft an diejenigen, die uns angreifen: Ihr werdet keinen Erfolg haben!“, fügte er hinzu.

Das Ziel solcher Anschläge sei es, verschiedene Bevölkerungsgruppen „entlang ethnischer und religiöser Linien gegeneinander aufzuwiegeln“. Die Türkei werde einer solchen Provokation aber nicht nachgeben und stattdessen „Einheit, Solidarität und Brüderlichkeit“ demonstrieren.

Auch die pro-kurdische HDP, die drittgrößte Partei im türkischen Parlament, reagierte entsetzt. „Wir verurteilen und verdammen diejenigen, die diese Attacke verübt haben, und die Kräfte und Ideologien hinter ihrem Handeln“, hieß es in einer Stellungnahme. 

Anadolu berichtete unter Berufung auf den Gouverneur von Gaziantep, es habe insgesamt 30 Tote und 94 Verletzte gegeben. Zahlreiche Krankenwagen rasten zum Anschlagsort. In sozialen Medien kursierten Videos, die chaotische Szenen zeigten. Menschen schalteten die Taschenlampenfunktion ihres Smartphones ein und irrten auf der Suche nach verletzten Freunden und Angehörigen umher. Am Boden lagen viele blutende Menschen. Augenzeugen gaben an, der Attentäter sei von zwei rund 25-jährigen Männern begleitet gewesen, die nach der Detonation geflohen seien.

Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu explodierte der Sprengsatz inmitten einer Hochzeitsgesellschaft, die auf offener Straße im Beybahce-Viertel von Gaziantep feierte. Nach Angaben der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP handelte es sich um eine kurdische Hochzeit, unter den Todesopfern seien mehrere Kinder. In dem Stadtviertel leben dem Vernehmen nach vor allem Kurden. Die rund 1,5 Millionen Einwohner zählende Stadt Gaziantep liegt unweit der Grenze zum Bürgerkriegsland Syrien. Neben der PKK operiert im Südosten der Türkei auch die IS-Miliz, die dort schon mehrfach Anschläge verübt hat.

Unklar ist, ob zwischen dem Anschlag in Gaziantep und dem Bürgerkrieg in Syrien ein direkter Zusammenhang besteht. Die kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) sind in Syrien der wichtigste Partner des Westens im Kampf gegen den IS und beherrschen Teile der Grenze zur Türkei.

Das letzte Mal war es im August vor vier Jahren in Gaziantep zu einem Anschlag gekommen. Vor einer Polizeistation waren zehn Menschen durch eine Autobombe gestorben.

dpa

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