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Delfin greift Schweinswal in der Ostsee an

Tier wurde tot geborgen Delfin greift Schweinswal in der Ostsee an

Ein Delfin soll in der Ostsee zwischen der Halbinsel Jütland und der Insel Fünen einen Schweinswal angegriffen und ihn tödlich verletzt haben. Die blutige Attacke hat ein Segler mit der Kamera dokumentiert. 

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Dass der Kieler Delfin Menschen angreife, sei unwahrscheinlich, sagt Prof. Boris Culik.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer/dpa

Kopenhagen/Kiel. Der Vorfall ereignete sich bereits Ende August vor Dänemark. Segler Dennis Kissov Borch war mit seine Boot auf der Ostsee unterwegs, als er von einem Delfin begleitet wurde. Was er dann sah, wird er so schnell nicht mehr vergessen. Das Tier attackierte vor seinen Augen einen Schweinswal. Wenig später floss Blut. Für den Schweinswal nahm der Angriff kein gutes Ende: Er musste tot geborgen werden.

Dass Delfine Schweinswale derart angreifen ist selten. In den vergangenen 15 Jahren gab es nur zwei Fälle, die dokumentiert worden sind. Über den Hintergrund des Angriffs Ende August kann nur spekuliert werden. Möglich ist, dass eine Delfin-Herde den Schweinswal ertränkt hat. Meeresbiologe Prof. Boris Culik sagte der Bild (Sonnabendausgabe): "Hat der Delfin das Gefühl, dass der Schweinswal nicht auf Kommunikation reagiert, kann es zu aggressiven Verhalten kommen."

Kieler Delfin gehörte zu der Angreifer-Gruppe

Boris Culik geht davon aus, dass der Delfin aus der Kieler Förde zu der Gruppe gehört, die im Kleinen Belt den Schweinswal gejagt und erlegt haben. Die individuelle Rückenmarkierung des Delfins spreche dafür.

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Müssen sich nun die Kieler, die mit einem Delfin in der Förde baden gehen, Sorgen machen? „Delfine haben verschiedene Persönlichkeiten“, sagte Meeresbiologe Prof. Boris Culik vergangene Woche den Kieler Nachrichten. „Es gibt scheue, aggressive und eben freundliche wie unseren hier.“ Dass der Kieler Delfin Menschen angreife, sei unwahrscheinlich. "Sonst hätte er das schon getan."

Hier wurde der Delfin in der Kieler Förde gesichtet

Delfin nicht anfassen oder bedrängen

Auch wenn der große Tümmler immer wieder den Kontakt zu den Menschen sucht und sie anstupst, sollten die Tiere nicht berührt werden. "Auch wenn es verlockend ist. Aber an unseren Händen sind Keime, mit denen die Delfine nicht zurechtkommen würden“, sagt Culik. 

Ingo Ludwichoski vom Nabu mahnte, dem Delfin Ruhe zu gönnen. „Auf keinen Fall sollte man sich ihm mit dem Boot oder als Schwimmer aktiv nähern, ihn bedrängen oder ihn gar verfolgen“, sagte Ludwichowski, „kommt er von allein, kann man das genießen. Aber bitte nicht anfassen!"

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Ein Artikel von
Tanja Köhler
Ressortleiterin Digitale Angebote

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Foto: In der Ostsee - wie hier in der Kieler Förde - werden immer häufiger Delfine gesichtet.

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