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Gefängnis vergisst Bombenleger-Prozess gegen Häftling

Anschlag auf Sikh-Tempel Gefängnis vergisst Bombenleger-Prozess gegen Häftling

Ein Gefängnis in Nordrhein-Westfalen hat den Prozess gegen einen seiner Häftlinge völlig verschwitzt. Der mutmaßliche Bombenleger kam erst mit drei Stunden Verspätung zur Verhandlung.

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Die Richter mussten wohl oder übel bis zum Mittag auf den Angeklagten warten.

Quelle: dpa

Essen/Heinsberg. Der Prozess um einen Bombenanschlag auf den Essener Sikh-Tempel ist mit einer Justizpanne gestartet: Vor der Verhandlung gegen drei Jugendliche in Essen hat die Anstalt deswegen einen der jungen Angeklagten erst auf Nachfrage der Justiz an das Gericht überstellt. Der Termin konnte am Mittwoch nicht wie ursprünglich geplant um 09 Uhr beginnen, sondern erst am Mittag.

Landgericht musste in der JVA anrufen

Als der Angeklagte kurz vor dem geplanten Beginn noch nicht da war, rief das Landgericht Essen in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Heinsberg an.

Dort stellte man fest, dass der Termin übersehen worden war, gestand der stellvertretende Anstaltsleiter Franz-Josef Bischofs.

„Menschliches Versagen“

Er sprach von „menschlichem Versagen“. Der Angeklagte sei darauf sofort in einen Wagen gesetzt und nach Essen gefahren worden.

Beim Vorsitzenden Richter habe sich die JVA entschuldigt. Zwischen der JVA Heinsberg und dem Essener Landgericht liegen rund 100 Kilometer.

Der Prozess begann schließlich mit mehr als drei Stunden Verspätung. Die zur Tatzeit 16 Jahre alten Jungen sollen im April in Essen aus islamistischen Motiven eine selbstgebastelte Bombe vor einem Tempel der indischen Sikh-Religion gezündet haben.

Von RND/dpa