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Pegida-Anhänger hetzen gegen Kinderschokolade

Kinderfotos der Nationalelf Pegida-Anhänger hetzen gegen Kinderschokolade

Eine Werbeaktion von Ferrero sorgt derzeit im Netz für Aufregung. Zur bevorstehenden Fußball-EM produzierte der Konzern eine Sonderedition seiner Schokoriegel mit Kinderfotos der Spieler aus der Nationalelf auf der Verpackung. Auch die  Fußballspieler mit Migrationshintergrund sind dort zu sehen - ein Dorn im Auge einiger Pegida-Anhänger.

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 Die Spieler der deutschen Mannschaft kommen mit ihren Kinderfotos auf die Schokoriegel-Verpackungen.

Quelle: Screenshot/ Facebook

Berlin. Die deutsche Nationalelf soll vorübergehend mit ihren Kinderfotos die Verpackungen der Kinderschokoladen in Deutschland zieren. Selbstverständlichen zählen dazu auch die Spieler İlkay Gündogan, dessen Eltern aus der Türkei stammen, und Jérôme Boateng, der einen ghanaischen Vater hat. Doch nicht alle sind begeistert von dieser Marketing-Idee.

Pegida-Anhänger hetzen im Netz

Für einige Pegida-Anhänger bietet die Schoko-Sonderedition genügend Anlass, um im Netz gegen die ausländischen Spieler zu hetzen. Auf Facebook zeigt der Pegida-Ableger "Pegida BW - Bodensee" ein Foto von zwei Schachteln, auf denen der BVB-Spieler Gündogan und Bayern-Verteidiger Boateng zu sehen sind, und kommentiert dazu: "Vor Nichts wird Halt gemacht. Gibts die echt so zu kaufen? Oder ist das ein Scherz?" Schließlich wird noch ein grinsender und ein entsetzt dreinblickender Emoji draufgesetzt. Unter dem Post folgen Hasskommentare und der Aufruf zum Schokoriegel-Boykott.

Das Team von Kinderschokolade reagiert prompt auf die Hetze mit einem Statement auf seiner Facebookseite: "Wir von Ferrero möchten uns an dieser Stelle ausdrücklich von jeglicher Form von Fremdenfeindlichkeit oder Diskriminierung distanzieren. Wir akzeptieren und tolerieren diese auch nicht in unseren Facebook-Communities."

Auf Twitter formiert sich derweil unter #kinderschokolade die Gegenbewegung, die zum Kauf der Verpackungen aufruft und der Hetze mit Humor begegnet. Seit einer Stunde rankt der Hastag bereits unter den Deutschlandtrends.





Nicht das erste Mal

Über das Ferrero-Produkt wird nicht zum ersten Mal hitzig debattiert. Bereits im Jahr 2005 sorgte die geplante Einführung eines neuen Gesichts auf der Schokoriegel-Verpackung deutschlandweit für Aufregung. Ferrero ignorierte die Kritik und ersetzte schließlich den langjährigen Aufdruck des Kopfes von Günter Euringer durch ein moderneres Kinderfoto.

Günter Euringer war der lächelnde Junge auf der alten Kinderschokoladen-Packungen.

Quelle: dpa (Archiv)
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